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 Neue Damenmode, neue Herrenmode oder neues Crossdress ?

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Androgyn
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BeitragThema: Neue Damenmode, neue Herrenmode oder neues Crossdress ?   Do Aug 12, 2010 3:20 pm

Neue Damenmode, Herrenmode oder Crossdress ?

Für mich geht der Begriff „Mode“ über das Verständnis von Kleidung als purem
Gebrauchsgegenstand hinaus. Es ist sicherlich immer noch sinnig durch Kleidung den menschlichen Körper vor Wärme oder Kälte oder anderweitiger Beeinträchtigung durch die Außenwelt zu schützen.

Der Begriff „Mode“ umfasst jedoch eine Vielzahl weiterer Faktoren, wie z.B. Ästhetik. Also z.B. das äußere Erscheinungsbild zu dekorieren, zu formen, Vorzüge hervorzuheben bzw. Mängel zu kaschieren, und insbesondere ein Lebensgefühl auszudrücken.

Damit impliziert der Begriff „Mode“ auch eine ästhetische Bedeutung von
Kleidung und geht über das Verständnis von Kleidung als purem
Gebrauchsgegenstand hinaus. Der Begriff trägt also dem Tatbestand Rechnung,
dass Kleidung nicht nur dazu dient, den menschlichen Körper vor Wärme oder
Kälte oder anderweitiger Beeinträchtigung durch die Außenwelt zu schützen,
sondern auch dazu, ihn für das Individuum ansprechend nach seinen Bedürfnissen zu
gestalten.

I.) Mode allgemein

Aus meiner Sicht drückt die heutige Mode in Europe immer noch im Wesentlichen eine gewisse gesellschaftliche, geschlechtsspezifische Normierung aus. Aber auch unsere europäische Gesellschaft ist äußerst inhomogen und lässt sich nicht in lediglich zwei normierte Schubladen nach Frau und Mann pressen.

Schubladen mögen im Zusammenwirken von gesellschaftlichen Beziehungen im ersten Moment hilfreich sein, nur weshalb gibt es so wenige und vor Allem positiv besetzte Schubladen?

Mode hat für mich etwas mit einem Wechselspiel von konservativ und konformistischer eingestellten Gruppen einerseits und experimentierfreudigen, rebellischen und individualistischen Gruppen
andererseits unter gegenseitiger Akzeptanz zu tun.

Elemente neuer Moden werden schneller übernommen von Gruppen, die offen sind für Neues, die gerne experimentieren, die mit den bestehenden Verhältnissen nicht nur in der Mode, sondern auch vorgegebene Lebensentwürfen unzufrieden sind.

Sie wollen sich verändern, sie wollen sich anders als die große Masse erleben und insbesondere sich als eigenständige Persönlichkeiten darstellen. Ihnen geht es um die Suche nach einem eigenen unverwechselbaren
Stil.

Einsteils mag es um das Bedürfnis von Zugehörigkeit und anderseits auch um Abgrenzung gehen.

Mode ist persönlicher Ausdruck des individuellen Lebensgefühls, einer aktuellen Stimmung, oder insbesondere von Sehnsüchten, Träumen und Visionen. Kann dies nur den Frauen vorbehalten sein?

Für mich zeigt sich das u.a. in sogar umgrenzten Szenen wie Gothic, Visual Kei, Crossplay ( nicht zu verwechseln mit Cosplay) insbesondere in asiatischen Ländern.

Innerhalb dieser Szenen ist also eine gewisse Konformität gegeben, die im
Widerspruch zu dem Wunsch nach Individualität zu stehen scheint. Aber eben nur scheinbar. Denn neben Individualität haben wir Menschen auch die
Grundbedürfnisse nach Anerkennung und sich selbst und Anderen zu gefallen. Innerhalb von unterschiedlichsten Gruppen kann das jeweils durchaus vielfältig erlebt werden.

Beachtenswert ist für mich also das zunehmende Hochkeimen von Gruppen mit gruppenspezifischen Lebensentwürfen, die ihren Ausdruck auch in ihrer jeweiligen Szenekleidung findet. Die Gruppen leben das alltägliches Rollenspiel oder Rollen-Einnehmen innerhalb und außerhalb ihrer Gruppe.

Die allgemeine Modewelt bietet das offensichtlich nicht, weshalb sich diese Randnischen bilden.

II.) Damenmode

Damenmode
war im Laufe der Zeit vielen unterschiedlichen Stilrichtungen unterworfen.
Mittlerweile jedoch kann Frau aber alles tragen, was ihr Spaß macht.

Jede
Frau kann heutzutage die zu ihrem Typ passende Damenmode finden und spielerisch
mit den verschiedenen Farben und Formen der Kleidungsstücke variieren. Denn Damenmode
soll vor allem eines, nämlich den Damen Freude bereiten. Experimente mit dem
Mixen verschiedener Stilrichtungen sind für die Damenmodewelt heutzutage völlig
normal.


Hinzu kommt in der Damenmode auch das Einsetzen der passenden Accessoires.

Ob nun der breite Ledergürtel zum Blazer, kombiniert mit Jeans und Stiefeln, mit etwas Fantasie ist viel möglich. Die Variationen in passenden Schuhen, Schmuck und Handtaschen sind enorm. Sie prägen ergänzend das Gesamtbild eines Outfits. Spitzenrock mit Westernstiefelnoder Pumps zur Jeans, jede Frau hat heute die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit auf ganz besondere Weise zu betonen, ohne unbedingt einen Stilbruch zu begehen.

Welche Einstellung eine Frau auch immer zur Damenmode hat, keine Frau wird ihr Erscheinungsbild und damit ihre Wirkung auf andere vollkommen ignorieren, denn gerade heute kann jede Frau ihre individuelle Persönlichkeit in einer enormen Vielfalt darstellen.

Konnte man in früheren Jahren das Alter einer Frau teilweise schon an ihrer
Kleidung erkennen, so verwischt sich dies heute. Jüngere wie ältere Frauen
kaufen oftmals in denselben Geschäften ein und ob vierzig oder zwanzig Jahre, die Damenmode erlaubt es nunmehr in jedem Alter, modisch auszusehen. Das Sortiment ist asserordentlich vielfältig und es wird nicht mehr erwartet, dass es alterskonform aussehen muss. In der Damenmode verwischen sich also nunmehr auch Altersgrenzen zunehmend.

Die Geschmacksrichtungen in der Damenmode sind völlig unterschiedlich, zum
Beispiel Casual, Country, Hippie, Dandy und die 80´er Jahre, bis hin zu
Anlehnungen an die komplette Männermode mit Hosenanzügen, Hemden Krawatten, Schuhen, oder was auch immer. Dem Stilmix der Frauen sind heutzutage keine Grenzen gesetzt. Jede Frau kann dieses neue Zeitalter genießen und sich so kleiden wie Sie gerne möchte. Die weitaus meisten Varianten im Modebereich bietet also ausschließlich und nur die Damenmode.

III.)Herrenmode

Die Herrenmode bietet vergleichsweise dazu die immer wieder gleiche langweilige, funktionelle Eleganz, oder einen unglaublichen Schlabberlook ohne innovative Ansätze. Männer dürfen bei unwesentlich im Schnitt veränderten Anzügen, Sakkos und Hosen lediglich in einer extrem
reduzierten Farbpalette wählen.

Auch die Schnitte von selbst Männerhemden bleiben, wie sie gefälligst von
Männern anzunehmen sind, also schlabberig und in den Kragenformen konservativ.

Männermode richtet sich weiterhin nach Konformismus. Accessoires beinnhalte lediglich Krawatten oder Socken. Männerschmuck ist
sowieso eine Fehlanzeige. Männerschuhe bleiben auf dem immer gleichen Stil und Niveau. Auch Altersnormierungen sind von Männern nach wie vor einzuhalten.

Männermode macht uns Männern keinen Spaß, da diese ohnehin nur als
funktionell angeboten wird. Der Anzug für den Businessmann, die Latzhose für den Handwerker, das Freizeit-T-Shirt und die Jeans für Haushalt und Garten. Kleidung für den Mann wird immer noch als reine Arbeitskleidung verstanden.

Wir Männer sollten uns Gedanken machen, ob das weiterhin gut ist? Denn wenn Männer ausschließlich und nur über irgendeinen beruflichen oder privaten jeweiligen Job eine Funktionskleidung tragen dürfen,
ahne ich eine gewisse weitere Versklavung und netterweise sogar Feminisierung der Männer ausgerechnet auch über die traditionelle Männerkleidung !!!

Frauen haben sich auch über ihre Kleidung emanzipiert. Wenn Männer in
traditionellen Rollenmustern verharren, verhalten sie sie so, wie das zu
früheren Zeiten von Frauen erwartet wurde.
Brav, sittsam, nicht widersprechend, geduldig, kritiklos, initiativlos, angepasst, selbstaufgebend…. Uswuswusw.

Der heute immer noch „traditionell verharrende Mann“ verhält sich somit eher „feminin“, als der Mann, der für sich eine neues Selbstbild auch über Männermode erschaffen will. Und sei es daher über das Tragen einen Rockes.

Denn gerade dadurch zeigt er offen nicht etwa eine feminine Einstellung, sondern exakt das Gegenteil. Weicheier die sich in ihren unmännlichen Ängstlichkeiten nur in traditioneller Kleidung zu zeigen getrauen,
verpassen völlig den Anschluß.

Eine provokante Ansicht? Stimmt … und das war Absicht *GGG*.

IV.) Ist heutige Damenmode oder Herrenmode in Crossdressing einzuordnen?

Bei Crossdressing geht es um das Tragen einer angeblich spezifischen
Kleidung des jeweils anderen Geschlechts. Der Begriff wurde ursprünglich von
heterosexuellen Menschen beiderlei Geschlechts geprägt, um Assoziationen zu Transvestitismus, Schwulen/Lesben und Fetischismus zu vermeiden.

Gleichwohl werden diese Begriffsdefinitionen durch Unwissenheit und mangelnder Auseinandersetzung mit den Materien immer noch völlig verblödet -sorry - vermengt.

Insbesondere in der Damenmode wird
die Möglichkeit ausgiebig genutzt, „männliche“ Bekleidungsstücke in die
Alltagsbekleidung zu integrieren. Hosenanzügen, Hemden, Krawatten, Hosen usw.
sind heute in der Damenmode eine gesellschaftlich anerkannte Selbstverständlichkeit.

Jede Frau, die z.B. Hosen trägt,
betreibt aber letztlich nichts anderes als Crossdressing.

Frauen können dies heute problemlos
tun, da Modehandelsketten dieses Segment auf den Frauenkörper zugeschnitten
seit zig-Jahren anbieten. Das Seltsame ist, dass Damen immer schon eine
unglaubliche Vielfalt in ihrer geschlechtsspezifischen Damenmode hatten und
sich dennoch gerne und heute fast überwiegend aus den Herrenabteilungen
bedienen.

In der Herrenmode ist diese
Möglichkeit umgekehrt weniger vorhanden.

Ein Angebot der Modehandelsketten, analog
der Damenmode auf den männlichen Körperbau zugeschnitten, ist nicht gegeben. Männer,
die dem tristen Einerlei der Männermode entfliehen wollen, haben nur die Chance
in den Damenabteilungen. Denn nur dort ist am ehesten Unisexmode zu finden. Also
nicht ausschließlich und nur auf den weibliche Körperbau erkennbar zugeschnitten.

Just dann aber werden dennoch männliche
Crossdresser in die extremen Schubladen Transvestit, Schwuler, Fetischist, oder
gar Transsexueller geschoben. Just dies widerspricht der Ursprungsdefinition
von „Crossdressing“.

Unterstellt wird bei männlichen
Crossdressern, dass das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts eine
Erregung sexueller Gefühle hervorruft und es ausschließlich und nur darum
ginge. Ein derartig immer wider
behaupteter Schwachsinn müsste implizieren, dass Frauen in Hosen einer
ständigen Flut von Orgasmen ausgesetzt sind.

Natürlich hat Kleidung auch eine sinnliche Erlebnisfunktion.
Kleidung ist heutzutage eine Art Genussmittel, Spielzeug mit und an dem eigenen
Körper. Es geht durchaus auch um Materialien, Formen und Farben und am Spielen
und Experimentieren damit. Keine Frage ist, dass Kleidung auch eine
erotisch-sexuell stimulierende Wirkung auf den eigenen Körper haben kann. Diese
scheint aber nur der Damenwelt vorbehalten zu sein?

Fakt ist, dass ein Mann im z.B. Rock ebenso wenig diesen
Rock aus sexueller Stimulans trägt, wie das auch für eine Frau in z.B. einer
Hose gilt.

Es geht u.a. um Mode-, Stil-, Schönheitsbewusstsein, Gebrauchsfunktionalität,
Wunsch nach Wohlbefinden, Genuss, Ausdruck von Gefühlen, Stimmungen und eigenem
Lebensstil, Nonkonformismus und vielem mehr.

Ein großer Anteil der Männer wollen sich also von ihrem
Selbstverständnis her betrachtet gern von der Masse der Bevölkerung oder vom Establishment
abgrenzen. Für sie sind die propagierten Moden Anregungen für die Suche nach
dem eigenen Stil,
für die Lust an Provokation oder einfach Anregungen für
das spaßmachende ästhetische Spiel.

Es wirken wie immer eine
Reihe von Grundbedürfnissen zusammen, aus denen die Modeerscheinungen
psychologisch erklärt werden können: Das Grundbedürfnis nach Beachtung, um aufzufallen
oder Interesse zu wecken. Das Grundbedürfnis nach Anerkennung, Bedeutung und sich
selbst und Anderen
zu gefallen.

All diese Grundbedürfnisse können Frauen befriedigen. Männer
mangels selbstverständlicher Kaufmöglichkeiten - analog der Damemode - nicht.

Es wird Zeit, dass die Modebranche den völlig veränderten
gesellschaftlichen Gegebenheiten Rechnung trägt und auch den Mann als
interessanten, veränderten Kunden wahrnimmt.


Grüße

Androgyn
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Androgyn
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BeitragThema: Re: Neue Damenmode, neue Herrenmode oder neues Crossdress ?   Do Aug 12, 2010 3:56 pm

P.S. Meine Tastatur scheint bei der Taste "Entf" ein Problem zu haben. Z.geg. Zeit (Reparatur) werde ich den Beitrag hinsichtlich irrer Zwischenräume überarbeiten. Ich bitte um Nachsicht.
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Chefkoch
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BeitragThema: Re: Neue Damenmode, neue Herrenmode oder neues Crossdress ?   Do Aug 12, 2010 6:46 pm

Kein Problem, hab sie schon mal etwas kleiner gemacht.

MFG Michael

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