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 Kleidung eine Frage der Emanzipation ?

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stylefreak
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Männlich Löwe Hund

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BeitragThema: Kleidung eine Frage der Emanzipation ?    Sa Dez 18, 2010 2:33 pm

Kann es vielleicht sein, dass Kleidung nach wie vor eine Frage einer - nach wie vor - nicht abgeschlossenen Emanzipation BEIDER Geschlechter ist ?

In den 1990er Jahre gab es ja - von offenbar feministisch geprägter Seite - durchaus Versuche, sich dieser Fragestellung auch von einer ganz praktischen Seite her zuzuwenden. Da wurden dann z.B. Rollenspiele mit unterschiedlich alten Schulkindern durchgeführt.

Das Ergebnis lässt sich, soweit ich das beurteilen kann, dahingehend zusammenfassen, dass sich die Buben in Mädchenkleidung tendenziell (wohl nicht alle, aber viele) herabgewertet gefühlt haben:

Der Perlonstrumpf an einem Jungenbein bringt Schwung in die Koedukation

Gender im Unterricht - Praxis "Geschlechtsrollen"


Dabei erscheinen die Sebsterfahrungen, die die Mädchen und Jungen bei solchen Rollenspielen machen, durchaus einen beachtlichen Lerneffekt zu erzeugen. Einige Auszüge:

Antworten auf die Frage: "Was ist daran toll, ein Mädchen oder ein Junge zu sein?"
"Die Mädchen meinten (u.a.):
Die Mütter ziehen Mädchen.
Mädchen streiten sich nicht so viel.
Mädchen werden bevorzugt.
Sie können ihre Probleme untereinander regeln.
Mädchen geben nicht so an wie Jungen.
Mädchen könne sich schminken.
Sie haben die bessere Auswahl bei der Kleidung und den Schuhen.
Sie können sich besser ausdrücken.
Sie können Röcke anziehen.

Die Jungen .schrieben (u.a.):
Jungen haben bessere Muskeln als Mädchen.
Sie haben einen Schwanz.
Sie können besser Fußball spielen.
Sie müssen nicht so viel Angst vor Vergewaltigung haben.
Sie bekommen keine Kinder.
Sie können oben ohne herumlaufen, ohne dass einer spannt."


Antworten auf die Frage: "Wenn ich ein Junge oder ein Mädchen wäre – dann..."
"Die Mädchen schrieben (u.a.):
Wenn ich ein Junge wäre,
wurde ich jemanden schlagen, der mich ärgert,
würde ich ein Fußballstar werden,
wäre ich stark,
würden meine Eltern nicht so sehr auf mich aufpassen,
würde ich mich freuen, weil ich dann machen könnte, was ich wollte,
würde ich viele Bücher, die ich jetzt lese nicht lesen,
fände ich es cool, weil ich früher mit Mädchen gehen dürfte, als die Mädchen mit den
Jungen,
würde ich die Lehrerinnen hassen, weil sie die Mädchen bevorzugen.

Die Jungen schrieben (u.a.):
Wenn ich ein Mädchen wäre,
hätte ich ein besseres Zeugnis,
hätte ich bei gewissen Lehrerinnen Vorteile,
würde ich aus Judo aussteigen und reiten,
würde ich einen Millionär heiraten und der hätte mir alles gekauft,
hätte ich weniger Geld,
müsste ich einen BH tragen,
müsste ich mich schminken,
müsste ich mit Barbies spielen."




Merkwürdigerweise scheinen noch heute solche Experimente in manchen Männerkreisen eher als männerfeindlich, denn als Versuch eines Befreiungsschlages gegen allzu verstaubte Traditionen angesehen zu werden, vgl. z.B. hier:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?
(s. posting von Kurti, Wien, 16.09.2010, 14:14, unter: "Nachschlag gefällig?" und ff. )

[Anmerkung:
Wobei so manche Kritik an anderen feministischen "Strategien" und Auswüchsen zur Veränderung der Gesellschaft durchaus berechtigt sein mag; vgl. z.B. auch hier: http://www.antifeminismus.ch/gesellschaft/schule/index.php
dort ganz unten: "Eine Zuschrift von einem sechzehnjährigen Schüler aus Magdeburg".]




Diese Grundhaltung (also scheinbare Herabwertung des Männlichen durch dessen Feminisierung) zeigt sich ja immer wieder in Reaktionen auf Röcke- oder feminin-wirkende-Kleidung- tragende Männer, wenn diese belächelt, bespöttelt oder verbal gänzlich abgewertet werden, wie man sie im Alltag (und auch im Internet) immer wieder erleben kann.


Die grundsätzliche Frage lautet also vielleicht:
werden Frauen von einem großen Teil der Bevölkerung nach wie vor "als weniger wert" angesehen ?
Und falls ja, warum ?

Und muss dann vielleicht zuerst die Emanzipation des Mannes (und/oder der Frau) weiter vorangetrieben werden, um an diesen Vorstellungen - und nachfolgend dann auch an der Kleidungsfrage - etwas zu verändern ?

Oder läuft dieser gesellschaftliche Prozess gerade unaufhaltsam ab, und wir merken es gar nicht so richtig, weil wir mittendrin stecken ?


Grüße nancyboy




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Hansi1973
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Männlich Löwe Büffel

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BeitragThema: Re: Kleidung eine Frage der Emanzipation ?    Sa Dez 18, 2010 3:03 pm

Ja, beeindruckend und bezeichnend ist wohl auch dieser Satz:
Zitat :
Den Mädchen fiel das Verkleiden ganz leicht, keine einzige wehrte sich dagegen. Sie stellten
zum Teil enttäuscht fest, dass sie sich nur wenig von ihrem sonstigen Outfit unterschieden.

Nur die Haare mussten nach hinten gebunden werden, um ihnen den Anschein
von Kürze zu geben.
Auch in diesem Schritt kommt die unterschiedliche Bewertung von männlich und weiblich
zugeordneten Merkmalen im Sinne einer traditionellen Geschlechterhierarchie deutlich
zum Ausdruck. In unserer männlich dominierten Welt ist es zwar akzeptiert, dass Frauen
sich so kleiden wie Männer; umgekehrt geht ein Kleidertausch nicht so einfach.


Quelle: Der Perlonstrumpf an einem Jungenbein bringt Schwung in die Koedukation



Und was die Seite WGVDL.de angeht, habe ich den Eindruck, das sind alles verstockte Machos, die gerne wieder "Weib am Herd" haben möchten.
Denen geht es gar nicht wirklich um Gleichberechtigung, sondern dass die alten Rollenmuster erhalten bleiben.
Ich hab mir das mal ein paar Tage angetan, aber in dem Forum kann und will ich nicht weiter aktiv sein.


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stylefreak
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Männlich Löwe Hund

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BeitragThema: Re: Kleidung eine Frage der Emanzipation ?    Sa Dez 18, 2010 4:39 pm

@Hansi1973 schrieb:

...
Und was die Seite WGVDL.de angeht, habe ich den Eindruck, das sind alles verstockte Machos, die gerne wieder "Weib am Herd" haben möchten.
Denen geht es gar nicht wirklich um Gleichberechtigung, sondern dass die alten Rollenmuster erhalten bleiben.
Ich hab mir das mal ein paar Tage angetan, aber in dem Forum kann und will ich nicht weiter aktiv sein.




... ja, das sind Gruppierungen, denen es unter dem Strich offensichtlich nicht um gleiche Rechte für alle Menschen (gleich welchen Geschlechts) geht, sondern eher um möglichst wenig Einschränkungen für sich selbst.
Das muss man in der Tat nicht gut finden ... No

Grüße nancyboy
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stylefreak
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Männlich Löwe Hund

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BeitragThema: Re: Kleidung eine Frage der Emanzipation ?    So Dez 19, 2010 11:17 am


...
Zitat :
Den Mädchen fiel das Verkleiden ganz leicht, keine einzige wehrte sich dagegen. Sie stellten
zum Teil enttäuscht fest, dass sie sich nur wenig von ihrem sonstigen Outfit unterschieden.

Nur die Haare mussten nach hinten gebunden werden, um ihnen den Anschein
von Kürze zu geben.



... ja, dass die Mädchen beim Verkleiden bemerken, dass es oft gar nicht viel zum Verkleiden an ihnen gibt, ist ganz bestimmt auch ein positiver Lerneffekt an solchen Rollenspielen ... Laughing

Grüße nancyboy

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Männlich Löwe Hund

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BeitragThema: Re: Kleidung eine Frage der Emanzipation ?    Mi Dez 22, 2010 4:49 am

... habe zu diesem Thema noch eine andere Foren-Diskussion (gofeminin.de) - von der weiblichen Sicht her betrachtet - entdeckt. Auszüge:

von: annecathrine
"Hatte gestern mit einer Bekannten eine -zugegebenermaßen etwas alkoholgeschwängerte - Diskussion über Emanzipation und Feminismus und so.
Sehe mich als sehr emanzipierte Frau, der die Rolle der Frau in der Gesellschaft ein großes Anliegen ist, trotzdem bekam ich irgendwann an den Kopf geworfen, ich könnte doch gar nicht emanzipiert sein, weil ich mich so kleide wie ich kleide.
Dazu muss man sagen, dass ich mich sehr gerne sehr weiblich kleide: Ich mag Röcke lieber als Hosen, liebe meine High Heels über alles und trage sie fast immer, lege viel wert darauf, auch drunter was schönes anzuhaben... Bin halt gerne Frau, mag meinen Körper und zeige ihn auch gerne.
Die Bekannte meinte - auch in Bezug auf mein gestriges Outfit - allerdings, dies wäre nur eine Ausdruck der Reduzierung der Frau auf ein Objekt usw usf....
Dabei war ich gestern in keinster Weise 'offenherzig' angezogen: Schwarzer Bleistiftrock, bordeauxroter Rolli und ebensolche hohe Schuhe, dazu hautfarbene Netzstrümpfe."

von: polmanina
"Ich möchte keinesfalls als Frau mit Angela Merkel auch nur entfernt verglichen werden, geschweige denn sie als Gallionsfigur für irgendetwas was mit Weiblichkeit zu tun hat sehen. Sie mag eine gute Politikerin sein, eine Frau ist sie nicht. Ebenso wenig wie Alice Schwarzer und all diese Kampfemanzen, die meinen sofort ur wie selbstständig zu gelten, wenn sie sich möglichst wie ein Mann kleiden und benehmen. Applaus für diese Leistung, welch ein Quell an Originalität und Unabhängigkeit....
Ich habe deutlich mehr Röcke und Kleider als Hosen, ich trage wirklich weibliche Kleidung unglaublich gern, und ich werde den Teufel tun, mir je von irgendeiner Möchtegernemanze erklären zu lassen, was ich tragen DARF, damit mich ihresgleichen als emanzipiert ansehen."



Feminismus/Emanzipation vs Kleidungsstil


Wenn ich das (und die weiteren Meinungen dort) lese, kann ich mich irgendwie des Eindrucks nicht erwehren, dass die Zeit in den letzten 30, 40 oder gar 50 Jahren einfach stehengeblieben ist. Denn das sind doch Diskussionen, wie man sie auch aus Büchern und Filmen aus den 1950/60er Jahren kennt.

Als hätte sich seither - auch in der Emanzipations-Diskussion - einfach nichts mehr verändert.

In der realen Kleidungsfrage natürlich auch nicht, allenfalls dass die Auswahl für Männer deutlich zurückgegangen ist ... No

Grüße nancyboy

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Kleidung eine Frage der Emanzipation ?

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