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 Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...

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stylefreak
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Männlich Löwe Hund

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BeitragThema: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Mo Jan 31, 2011 6:30 pm

Manche - vor allem jüngere - Mitmenschen haben ja keine so genaue Vorstellung davon, wie die heute übliche Männerkleidung - im 19. Jahrhundert - entstanden ist.

Dazu habe ich gerade einen sehr interessanten Artikel gefunden:

"Die Mode im 19.Jahrundert lässt sich einteilen in drei Hauptströmungen:

Empire

In Frankreich brachte die Revolution 1789 einen so plötzlichen Modewandel mit sich, wie man ihn noch nie gesehen hatte. Während der frühen 90er Jahre, in der Zeit des des Großen Terrors war alles verpönt, was an die Mode des Adels im Ancien Régime erinnerte. Wer sich mit gepuderter Perücke sehen ließ, riskierte, daß diese gewaltsam entfernt wurde - manchmal auch mitsamt dem Kopf. Die markanteste Ausprägung des revolutionierenden Bürgertums waren die Sansculottes, was übersetzt "ohne Kniebundhose" heißt. Sie kleideten sich bewußt abgerissen im Arbeiter- und Bauernstil: kurze Jacken und lange Hosen, die vorher nur bei Matrosen gesehen worden waren. Dies war das erste Mal seit altgermanischer Zeit, daß lange Hosen getragen wurden. Auch die Holzschuhe waren der Tracht der untersten Klassen entlehnt; die rote Jakobinermütze der der Galeerensklaven. Die Frauen vom Schlag der Sansculottes kleideten sich entsprechend. Weniger revolutionäre Geister führten im Grunde die Entwicklungen der vorangegangenen Jahre fort: Englische Mode wurde noch stärker übernommen, was auch daran lag, daß die französischen Modezeitschriften, die vor allem dem Adel gedient hatten, nicht mehr erschienen, so daß man auf englische auswich. Als Sinnbild des 3. Standes (also des Bürgertums) galt zu dieser Zeit der einfache schwarze Tuchrock, der nun, gemäß der anbrechenden politischen Situation, sogar zum Ehrenkleid deklariert wurde. Er wurde zum wichtigsten Kleidungsstück der Männer, und wurde mit Schärpen, Kokarden und Schleifen in den Nationalfarben rot-weiß-blau verziert. Gerne trug man auch einen blauen Rock mit roten Aufschlägen über einer weißen Weste. Die Frauen glichen ihre Kleidung der der Männer an - zwar trugen sie noch immer bodenlange Röcke, aber am Oberkörper prangten Westen, Jacken mit Revers und die sehr beliebte Rédingote, ein Mantel mit doppeltem oder dreifachem Revers, der dem englischen riding-coat entlehnt war. Andere Länder, in denen weiter unangefochten die Monarchie herrschte, folgten diesen Entwicklungen natürlich nur zum Teil. Auch hier blieben die französischen Modejournale aus, auch hier erfolgte eine Hinwendung zur englischen Mode, aber der Übergang war bruchlos und fließend. Nach einigen Jahren hatten die Franzosen genug von der Herrschaft der Guillotine. Sie hatten eine weitgehend demokratische Regierungsform entwickelt, an deren Spitze das Direktorium stand, und mit ihm begann die Ära des Directoire. Auf der Suche nach Vorbildern für neue demokratische Kultur wandte man sich der griechisch-römischen Antike zu und führte in der Kunst, Architektur und natürlich in der Mode Formen ein, die an antiken Vorbildern orientiert waren. In der Kleidung der Frauen spiegelte sich dies am stärksten wider: einfache, teils durchsichtige und ärmellose oder kurzärmelige Gewänder aus weißem Musselin, dem griechischen Chiton ähnlich, absatzlose, mit Bändern um die Waden geschnürte Schuhe und mit Bändern umwickelte Hochsteckfrisuren, wie man sie auf griechischen Vasen sah. Der Körper wurde von allen verformenden Hilfsmitteln, also v.a. Korsett und Reifrock oder Polstern, befreit. Das Decolleté wanderte bei den Mutigen so weit nach unten, daß um ein Haar der Busen herausfiel. Am auffallendsten aber ist die Verlegung der Taille gleich unter die Brust. Auch die Männer trugen die Taille hoch, indem der Hosenbund bis weit über den Bauch reichte. Die langen Röhrenhosen hatten sich doch noch nicht durchgesetzt; die Hosen waren eng und verschwanden in wadenhohen Stiefeln. Der hohe Hosenbund wurd noch dadurch betont, daß die Jacke vorn weggeschnitten wurde - ein Vorform des heutigen Fracks. Der hochstehende Kragen, der sich schon in den 1770ern herausgebildet hatte, reichte nun bis an die Ohren und wurde in seinem Bemühen, den Hals zu erwürgen, von einer übergroßen, hohen Krawatte fleißig unterstützt. Wenige Jahre später (1804) wiederum ließ sich ein (in zweierlei Hinsicht) kleiner korsischer Soldat der Revolutionsarmee zum Kaiser krönen. Damit wurde Frankreich zum Kaiserreich - zum Empire, das sich in Fortführung der klassischen Ideale am römischen Reich orientierte. In der Form blieb die Mode weitgehend unverändert: hohe Taillen bei Frauen und Männern. Aber die Qualität änderte sich von demokratisch-schlicht zu imperial-prunkhaft. Die leichten, hellen Stoffe wurden nach und nach durch schwere und steife in leuchtenden Farben ersetzt. Samt und reiche Stickerei kamen wieder in Mode. Ab etwa 1820 wurden die Gewänder steifer, der Übergang zum Biedermeier bahnte sich an. Die Röcke der Damen wurden etwas kürzer und entwickelten sich zu einer kegeligen A-Silhouette, die Halsausschnitte wanderten immer höher Hinauf. Auch an den Armen hatte die Freizügigkeit ein Ende: Die Ärmel reichten nun bis zum Handgelenk; oben wurden sie immer weiter. Die Kragen der Männer wurden entsprechend immer steifer und höher. In Deutschland nannte man sie deshalb zurecht Vatermörder. Als neue Subkultur entwickelten sich v.a. in England die Dandies, die ihren Stolz darein setzten, besonders makellos gekleidet zu sein: Nur die feinsten Stoffe (dunkle Tuche), von den besten Schneidern zu perfektem Sitz verarbeitet, blütenweiße Hemden, elegant-zurückhaltende Accessoires. In dieser Zeit kam auch der aus Amerika importierte Zylinder auf - schon wieder eine Hommage an die Steifheit.

Biedermeier

Der Modewandel beschleunigt sich im 19. Jh. deutlich, so daß wir anfangen müssen, mehrere eigentlich recht unterschiedliche Stilepochen zusammenzufassen. Der Begriff Biedermeier bezeichnet die Epoche ab etwa 1820 bis um 1840. Wie die meisten Epochenbezeichnungen ist auch diese erst später entstanden und war ursprünglich spöttisch gemeint. Nach den Wirren der napoleonischen Kriege hatte man erst einmal genug von Revolution und zog sich in die brave, friedliche Bürgerlichkeit zurück. Familienleben und häusliches Idyll waren die Ideale der Zeit. Die einsetzende Industrialisierung brachte es mit sich, daß wieder eine sich deutlich abgrenzende Oberschicht entstand - diesmal aber nicht eine adlige, sondern reiches Großbürgertum, die Bourgeoisie. Die Ideale und Statussymbolik sollten bis ins 20. Jh. nachwirken. Man wollte sich von der alten Oberschicht, dem Adel, abgrenzen, indem man zeigte, daß man sein Geld erarbeitet hatte. Die Männer kleideten sich also zunehmend dunkel und schlicht, mit nur geringen Variationen im Verlauf des Jahrhunderts, um ihre Geschäftsmäßigkeit und Seriosität zu unterstreichen. Die Kniebundhose war nun vollständig aus der Mode verschwunden. Die neue Hose war eng, hatte meistens Überlänge und war daher enweder unter dem Schuh mit einem Steg zusammengefaßt oder reichte über den Fuß. Dazu gehörte der Frack, eine kunstvoll geknotete Krawatte und der Zylinder. Im versteckten Widerspruch zum "seriösen" Auftreten trugen Männer oft Korsetts. Die Frauen hingegen durften, ja sollten umso mehr Pracht entfalten, um zu zeigen, daß ihr Mann "sie sich leisten" konnte. Die Taille rutschte wieder tiefer und sollte möglichst schlank erscheinen, was durch enge Schnürung, weite Röcke und überbetonte Schultern erreicht wurde. Der horizontale, schulterfreie Ausschnitt wurde von einer breiten Spitze, der Berthe, umrahmt. Die Ärmel waren tief angesetzt und so bauschig, daß sie mitunter mit Fischbein verstärkt werden mußten. Die Frisuren sind äußerst verspielt: kunstvoll hochgesteckt mit über die Ohren hängenden Korkenzieherlocken. Der das Geicht umrahmende Schutenhut verstellte seitlich die Sicht. Um 1840 beginnt der Vormärz (also die Zeit vor der Märzrevolution von 1848), der modisch nahezu bruchlos in die Romantik übergeht. Die Kleider die Damen wandern wieder ein Stück die Schulter hinauf, aber nur wenig. Beite V-Ausschnitte, von mehreren Reihen Falten umrahmt, sind typisch für die 40er Jahre, aber auch hochgeschlossene Kleider wurden wieder getragen. Die Röcke werden in der Taille fülliger und müssen durch mehrere Lagen Unterröcke mit Roßhaareinlagen gestützt werden. Dazu wurden dreieckige Schultertücher oder Kaschmirschals umgelegt. In dieser Zeit kam in der Männermode der Frack aus der Mode, außer für formelle Anlässe, und machte dem Gehrock Platz. Die Hose wurde etwas kürzer und war nicht mehr gar so extrem eng. In den 1850ern waren karierte Hosen "in", aber das war schon bald wieder vorbei. Während der 1850er wurde die Jacke gegenüber dem Gehrock immer populärer - eben jene Jacke, die mit geringen Variationen bis auf den heutigen Tag für Anzüge Gültigkeit hat. Der Umfang der Röcke wuchs mit der Zeit so stark an, daß es bald wieder nötig wurde, Reifen einzuziehen. Elastischer Federstahl, eine neue Erfindung, machte das teure Fischbein überflüssig und den neuen Reifrock, den man nun Krinoline nannte, auch für die Mittelschicht erschwinglich. Gleichzeitig wurde es möglich, den Rock mit Volants und allerlei Garnitur zu verzieren, ohne ihn nach unten zu ziehen. So begann die Epoche des zieratverliebten Zweiten Rokoko. Dazu gehörte auch die Entwicklung V-förmigen Zierats auf dem Oberteil, ganz wie im Rokoko. Im Verlauf der 50er Jahre wurde die Krinoline immer weiter nach hinten ausgestellt, während sie vorn abflachte. Ihre größte Ausdehnung erreichte die Krinoline in den frühen 1860ern, und zwar vor allem nach hinten. Gegen 1870 aber wurde sie wieder kleiner und konzentrierte sich das ganze Volumen nach hinten. Es entstand die Tournure der Gründerzeit.

und Gründerzeit

Gründerzeit oder Gründerjahre nennt man im engeren Sinn die Zeit unmittelbar nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71, in der die Wirtschaft boomte, die in Deutschland bisher etwas zurückgebliebene Industrialisierung machte einen Sprung nach vorn. Die Zeit war geprägt von Optimismus, Euphorie und... Angeberei. Man wollte zeigen, was man sich erarbeitet hatte. Immer noch waren es die Frauen, die durch Müßen Reichtum ihres Mannes demonstrierten, wärend dieser selbst eine eher unauffälige Erscheinung abgab. Offensichtlich unpraktische Kleidung unterstrich die Tatsache, daß sie keiner produktiven Tätigkeit nachgingen. So trugen sie während der frühen 70er Jahre ein Gestell aus Stahlreifen oder Rosshaar, das den hinteren Teil den Rockes bauschig abstehen ließ - die Tournüre. Der Rock hatte auch bei Alltagskleidern eine Schleppe, die bei Ballkleidern ziemlich lang werden konnte und ebenso wie das ganze Kleid über und über mit sogenannter Garnitur versehen war: Volants, Borten, Spitzen, Posamenten, Fransen.... an der Garnitur und den Draperien (kunstvoll gerafften Stoffbahnen) tobte sich bis in die 90er Jahre hinein die Phantasie der Modemacher und Schneiderinnen aus. Auch dies ein Teil der Angeberei: der Verbrauch an Stoff und Besätzen für ein einzelnes Kleid war enorm teuer. Um 1875 herum verschwand die Tournüre urplötzlich und machte einem vorn und seitlich sehr engen, hinten lang schleppenden Rock Platz. Die Oberteile wurden immer länger nach unten gezogen. Um 1880 erweckten querlaufende Rockdraperien und eng anliegende, hochgeschlossene, mehr als hüftlange Mieder den Eindruck einer sehr langen und schlanken Shilouette. Doch schon zerrt die Mode wieder in die engegengesetzte Richtung: Die Tournüre kehrt zurück. Von 1882 bis 1885 wächst sie stetig an, beladen mit noch kunstvolleren Draperien als zuvor, dafür aber etwas zurückhaltender garniert. Überhaupt verschiebt sich der Schwerpunkt der Garnitur weg vom Rock und hin zum Oberteil. Ende der 80er geht es wieder in die andere Richtung: Die Damen sind der Tournüre schnell überdrüssig. Sie wird wieder kleiner und verschwindet allmählich, bis sich um 1888 eine neue Modelinie etabliert hat. Nun fallen die schleppenlosen Röcke glatt und wenig garniert leicht glockenförmig herab. Die scheinbar leicht nach vorn geneigte Haltung aber, die durch das überbetonte Hinterteil hervorgerufen wurde, bleibt für die Ästhetik der 90er Jahre maßgeblich und wird immer stärker betont. Parallel zu diesen unerhörten Übertreibungen des Unbequemen beginnt sich, zunächst noch ganz leise, der Widerstand zu regen. Die ersten Frauenrechtlerinnen wettern im Verein mit Medizinern gegen das Korsett als Symbol der Unfreiheit und Gefahr für die Gesundheit. Doch eine natürliche Silhouette können sich nach Jahrhunderten der Verformungshilfen nur wenige vorstellen. Das Korsett dominierte über 400 Jahre lang die weibliche Mode und ließ sich nun nicht so einfach verbannen....."


Hier nachzulesen: Die Mode im 19.Jahrundert


Seither - also etwa seit den 1850er Jahren - hat sich bei Männern im Prinzip nicht mehr viel getan, wenn man mal vom Verschwinden der Hüte absieht (denn den - heute weitverbreiteten - Arbeitshosen-/Cowboy-Look gab es damals bei den "einfacheren" Leuten auch schon). Das Ende der Herren-Mode sozusagen ... No


Bei den Damen hingegen haben sich die modischen Neuerungen seither geradezu explosionsartig entwickelt ...


Grüße nancyboy

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Stanley McLeod
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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Mo Jan 31, 2011 8:22 pm

Da gibts nur eins dazu zu sagen....... Sad Sad Sad Sad Sad Sad Sad Sad Sad


Aber was solls, so lange kreire ich mir meinen eigenen Stil und "klaue" mir zusammen was ich brauche Smile

LG Stefan

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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Di Feb 01, 2011 9:41 pm

@nancyboy:

Vielen Dank für die Recherche und das Bereitstellen des Artikels!
Jackett, Gehrock, Frack... reicht schon. Die große modische Entwicklung für den Mann kann man zu dieser Zeit bereits als beendet betrachten. Crying or Very sad


@metalstanley:
Apropos "klauen": was ich mich schon die ganze Zeit frage - was ist das da eigentlich, was Du als Avatar verwendest?
Sieht mir aus wie das "Tibettarn"-Muster der Chinesischen Gebirgstruppen; hergestellt auf Matritzen/ Maschinen die eigentlich das deutsche Bundeswehr-Flecktarn drucken sollten. Die Chinesen haben einfach die Farben verändert und so ihr eigenes Muster daraus gemacht. Evil or Very Mad

Mal als Beispiel ein Nachbau des chinesischen Tarnmusters: http://www.asmc.de/images/product_images/popup_images/103151_1.jpg
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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Mi Feb 02, 2011 5:30 pm

Naja, eigentlich ist es eine Damentunika glaub von Otto oder Bonprix, weis nicht mehr genau, wollte damit eigentlich ausdrücken, dass ich sowas auch anziehen will Smile....könnten aber auch blumen da drauf sein, kann ich dir nicht mehr so genau sagen.

Meine Kollegin meinte, ich sollte besser kein eigenes Bild einstellen, daher hatte ich das wieder entfernt.

Aber das Ding aus deinem Link sieht dem ja schon ein wenig ähnlich.

LG Stefan

PS: Aber stimmt grundsätzlich schon, bei den Damen wurde munter weiterentwickelt und gemacht, aber bei Herren siehts seit langem finster aus. Kann aber auch daran liegen, dass Frauen generell eher auf Klamotten stehn, ich sehs an meinen männlichen Kollegen, da kannste an einer Hand abzählen, wenn die mal was neues anziehn, bei den weiblichen siehts schon ganz anders aus......einer der Kollegen meinte, er bekomme Angst, wenn er sieht, wie ich so rumlaufe, dabei hab ich ja noch nichtmal richtig angefangen Wink


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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Fr Feb 04, 2011 7:05 am

@Hansi1973 schrieb:

...
Jackett, Gehrock, Frack... reicht schon. Die große modische Entwicklung für den Mann kann man zu dieser Zeit bereits als beendet betrachten. Crying or Very sad
...

... so sehe ich das auch. Die Frage allerdings ist dann, so denke ich, erst einmal zu untersuchen und festzustellen, woran das genau liegen könnte. Bevor die Ursachen nämlich nicht klar definiert sind und darauf aufbauend Forderungen nach Veränderungen gestellt werden können, wird sich in vielen Köpfen nämlich nicht viel ändern.

Auch dazu habe ich etwas Interessantes gefunden (ob die Bücher allerdings noch erhältlich sind, weiß ich nicht):

Zitat :

"Corinna Gerhard - Tanzende Sakkos auf Geschlechterkreuzzug

Susanne Benedek/Adolphe Binder: Von tanzenden Kleidern und sprechenden Leibern: Crossdressing als Auflösung der Geschlechterpolarität?, Dortmund 1996
(edition ebersbach, 19,50 €, 240 Seiten)
Andrea Stoll/Verena Wodke (Hrsg): Sakkorausch und Rollentausch: männliche Leitbilder als Freiheitsentwürfe von Frauen, Dortmund 1997 (edition ebersbach, 38,-- DM, 240 Seiten)

Andere Kleidung, andere Rolle, andere soziale Stellung - können so die geschlechtlichen Machtverhältnisse unterlaufen, ja verändert werden? Kann die subversive Kraft des cross-dressings die Fesseln der Geschlechterzuschreibung sprengen? Zwei bei edition ebersbach erschienene Bücher gehen dieser Frage nach, eines als Untersuchung des Zeichensystems Mode, das andere als Aufsatzsammlung zu Männlichkeit als Maskerade.
...
Eingebettet ist die Untersuchung in einen spannenden, aber leider etwas kurz geratenen historischen Abriß über die Funktion der Mode im Prozeß der sozialen Differenzierung als Klassen- und besonders als Geschlechtsunterscheidungsmerkmal. Die bürgerliche Mode besitzt gleichermaßen identitätsstiftende und distinktive Symbolik. Beim Mann wirkt die vereinheitlichende, demokratische Kraft des Bürgergewands - des berühmten schwarzen Anzugs, ursprünglich Zeichen der Revolte; die Vorstellung von der essentiellen Ungleichheit bleibt jedoch erhalten. Über das Erscheinungsbild der Frau funktioniert die soziale Einordnung der Familie, deren Position ja jetzt hauptsächlich vom Besitz und nicht mehr allein durch die Geburt markiert wird. Die Frau stellt den jeweiligen familiären Reichtum durch ihre entsprechend unbequeme und unpraktische Kleidung aus, die sie demonstrativ als Müßiggängerin ausweist.
Die Autorinnen diskutieren die Möglichkeiten einer Auflösung der Geschlechterpolarität durch modische Grenzüberschreitungen ....."

Weiter zu lesen in: Freiburger Geschlechterstudien



Das könnte ein erster Ansatz zum (Neu-)Nachdenken über die modische Situation des Mannes im abendländischen Kulturkreis zu Beginn des 21. Jahrhundert sein (also gut 200 Jahre nach der französischen Revolution, die - auch - in Sachen Männerkleidung /-mode so tiefe Spuren hinterlassen hat).

Die Veränderung bzw. Umdeutung des "demokratischen Bürgergewands" (Herrenanzug) zu einem Ausdrucksmittel der Stellung des jeweiligen Mannes im System des Wirtschaftslebens ist dabei die grundlegende Entwicklung, über die nachzudenken ist, so denke ich mal. Solange diese Entwicklung der völligen Umdeutung eines Symbols ganz anderer Art nicht zumindest in ihrer Sinnhaftigkeit (bzw. auch Legitimität) generell in Frage gestellt wird, wird dies eine echte modische Befreiung des Mannes weiterhin massiv behindern oder sogar verhindern, vermute ich mal.

Weitere Aspekte, wie z.B. die gesellschaftliche Stellung der Frau und der dazu gehörigen Kleidung, gehören natürlich ebenso dazu ...

Grüße nancyboy

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Stanley McLeod
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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Fr Feb 04, 2011 4:56 pm

Gesellschaftliche Normen, sei es in Kleidung, Ausdrucksweise, Rollenverhalten haben sich bei beiden Geschlechtern schon immer gewandelt, auch wenn es so aussieht, als ob die weibliche Erdenbevölkerung hier in den letzten 100 Jahren deutlich mehr Veränderung erlebt hat in allen Bereichen als die der männlichen Wesen.

Das mag daran liegen, dass Frauen lange Zeit quasi fast nichts zu melden hatten in der Öffentlichkeit und ich finde es auch nicht prickelnd, dass Frauen in manchen Ländern und Kulturen immer noch unterdrückt und klein gehalten werden, versteht mich nicht falsch, aber ich bin der Meinung, dass der derzeitige Stand einfach für Männer extrem öde ist, nicht nur in der Mode sondern überall.

Die Stereotypen sind festgezurrt und wollen von den meisten auch nicht so schnell gelockert werden, was auch eine Sache der Gewohnheit und vielleicht der Angst vor Machtverlust zu schulden ist.

Trotzdem, wenn sich keiner "auflehnt" so wie es hier manche zumindest in der Ausdrucksform der Bekleidung tun, kann ja auch nichts daran verändert werden.

LG Metalstanley

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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Sa Feb 05, 2011 10:38 am

nancyboy schrieb:
@Hansi1973 schrieb:
...
Jackett, Gehrock, Frack... reicht schon. Die große modische Entwicklung für den Mann kann man zu dieser Zeit bereits als beendet betrachten. Crying or Very sad

... so sehe ich das auch. Die Frage allerdings ist dann, so denke ich, erst einmal zu untersuchen und festzustellen, woran das genau liegen könnte. Bevor die Ursachen nämlich nicht klar definiert sind und darauf aufbauend Forderungen nach Veränderungen gestellt werden können, wird sich in vielen Köpfen nämlich nicht viel ändern.

Die Veränderung bzw. Umdeutung des "demokratischen Bürgergewands" (Herrenanzug) zu einem Ausdrucksmittel der Stellung des jeweiligen Mannes im System des Wirtschaftslebens ist dabei die grundlegende Entwicklung, über die nachzudenken ist, so denke ich mal. Solange diese Entwicklung der völligen Umdeutung eines Symbols ganz anderer Art nicht zumindest in ihrer Sinnhaftigkeit (bzw. auch Legitimität) generell in Frage gestellt wird, wird dies eine echte modische Befreiung des Mannes weiterhin massiv behindern oder sogar verhindern, vermute ich mal.

Was mich halt wundert - und ich lasse jetzt mal "geschlechtsübergreifende Mode außen vor - ist, dass es scheinbar keine großen Bestrebungen gab, diesen Standard-Anzug in Frage zu stellen, dem immer wieder kehrenden Anzug mit Krawatte eine Alternative gegenüber zu stellen. "Gut angezogen" ist somit unweigerlich mit genau diesem monotonen Dress verbunden. Alles andere gilt als "unpassend", "nicht richtig gekleidet" - ganz gleich, ob Vorstellungsgespräch, Hochzeitsfeier, usw.
Ich glaube, einzig die Texaner genießen da etwas mehr modische Freiheiten. Da sind Bolo-Tie statt Krawatte oder Cowboy-Stiefel statt Oxford oder Budapester in Ordnung und gleichwertig angesehen. Auch gehört der große Cowboyhut zu den "must-haves".
Hierzulande wird jede Abweichung kritisch beäugt und als Zeichen mangelnder Kinderstube, fehlender Etikette (Knigge & Co.) verstanden.
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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Sa Feb 05, 2011 11:05 am

@Hansi1973 schrieb:

Was mich halt wundert - und ich lasse jetzt mal "geschlechtsübergreifende Mode außen vor - ist, dass es scheinbar keine großen Bestrebungen gab, diesen Standard-Anzug in Frage zu stellen, dem immer wieder kehrenden Anzug mit Krawatte eine Alternative gegenüber zu stellen. "Gut angezogen" ist somit unweigerlich mit genau diesem monotonen Dress verbunden. Alles andere gilt als "unpassend", "nicht richtig gekleidet" - ganz gleich, ob Vorstellungsgespräch, Hochzeitsfeier, usw.
Ich glaube, einzig die Texaner genießen da etwas mehr modische Freiheiten. Da sind Bolo-Tie statt Krawatte oder Cowboy-Stiefel statt Oxford oder Budapester in Ordnung und gleichwertig angesehen. Auch gehört der große Cowboyhut zu den "must-haves".
Hierzulande wird jede Abweichung kritisch beäugt und als Zeichen mangelnder Kinderstube, fehlender Etikette (Knigge & Co.) verstanden.


In dem weiter oben zitierten Beitrag sind doch möglicherweise alle relevanten Fragestellungen für das heutige Mode-Problem der Männer angerissen:

Zitat :

"Beim Mann wirkt die vereinheitlichende, demokratische Kraft des Bürgergewands - des berühmten schwarzen Anzugs, ursprünglich Zeichen der Revolte;
die Vorstellung von der essentiellen Ungleichheit bleibt jedoch erhalten.


Über das Erscheinungsbild der Frau funktioniert die soziale Einordnung der Familie,
...
Die Frau stellt den jeweiligen familiären Reichtum durch ihre entsprechend unbequeme und unpraktische Kleidung aus, die sie demonstrativ als Müßiggängerin ausweist. "

Das wirkt doch wohl bis heute fort:

der Status des Mannes folgt direkt aus den von ihm erbrachten Leistungen (schmückendes Beiwerk an ihm selbst also - wie zuvor beim Adel -: Überflüssig !).

Der Schmuck des Mannes besteht aus seinem Besitz:
sein Haus, sein Swimming-Pool, sein Auto, seine Yacht, sein Ferienhaus ... und ... SEINE FRAU !

Diese schmückt sich und demonstriert damit den Reichtum des Mannes.

Verändert hat sich nur die Art und Weise, WIE sich Frau schmückt:
Früher waren das schöne Damenkleider, Goldschmuck & Edelsteine, viele hübsche Verzierungen etc. etc. ...
Heute sind das vorwiegend die - mehr oder weniger kreativen - Bekleidungsentwürfe (selbstgemacht oder von Designern), die sich aller historisch bekannter Bekleidungsvariationen bedienen und dies im bunten Mix durcheinander verwirbeln ("Anything Goes").
Und zwar unabhängig davon, ob diese Bekleidungsvariationen früher mal als Männer- oder Frauenkleidung galten.

Kleine, unschöne Nebenwirkung für Männer am Rande: es gilt zunehmend in der Auffassung vieler Zeitgenossen praktisch alles als unmännlich, was nicht nach Herrenanzug oder Arbeiter-/Cowboy-Schlabber-Look aussieht ...


Frauen hingegen, die selbst Karriere machen wollen, vermeiden ja so ziemlich alles (so gut es geht, ohne dann als unweiblich zu gelten), was nach herausgeputztem Weibchen aussehen könnte ...
Woran das liegt ? Ich denke mal, diese Frauen haben genau diesen Zusammenhang - zumindest intuitiv - verstanden ...

Grüße nancyboy

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Stanley McLeod
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BeitragThema: Re: Wie die heute übliche Männerkleidung entstand ...   Sa Feb 05, 2011 3:54 pm

@nancyboy, was du schreibst stimmt so, leider, und das tragische dabei ist, dass die Gesellschaft insgsamt auch einfach zu träge ist, um dieses klassiche Bild zu hinterfragen.

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber ich denke gerade in den "sozialen Unterschichten" wird hier sehr stark an diesen Dingen festgehalten, wenn ich mit offenen Augen durch unser kleines Städtchen laufe, stelle ich das gerade bei den jüngeren doch immer wieder fest.

LG Metalsatnley

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