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 Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode

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Androgyn
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BeitragThema: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Di Apr 12, 2011 6:45 pm

Modebeweggründe für Frauen und Männer, oder Sexualität und Mode, oder Emanzipation und Mode

Dazu hatten wir hier im Forum bereits Klärungsversuche gestartet:

Frauenmode und Emanzipation, oder für wen kleiden sich Frauen?

http://fashion-freestyle.forumieren.de/t279-frauenmode-und-emanzipation-oder-fur-wen-kleiden-sich-frauen

Herrenmode und Emanzipation, oder für wen kleiden sich Männer?

http://fashion-freestyle.forumieren.de/t280-herrenmode-und-emanzipation-oder-fur-wen-kleiden-sich-manner

Eine abschließende Erkenntnis konnten wir daraus natürlich nicht gewinnen und das ist durchaus gut so.

Ein Thema wird bei derartigen Fragen in Frauenmodezeitschriften und in Männerzeitschriften sowieso meist unzureichend behandelt. Nämlich Sexualität und Mode als gesellschaftliches Rollenverständnis für Frauen und Männer. Dabei ist gerade dieses ein zentrales Thema?

Ich versuche diesem Thema nachfolgend aus meiner persönlichen Sicht etwas Struktur zu geben:

A) Mode und sexueller Fetischismus

Fetischismus beschreibt eine Sexualpräferenz und kann auch eine oder mehrere Vorlieben umschreiben. Er ist m.M.n. Bestandteil einer völlig normalen Sexualität als Bereicherung und zwar für Frauen und Männer gleichermaßen. Ich verstehe „Fetisch“ also in der Regel als eine legitime und geschlechtsübergreifende - gleichberechtigte - sexuelle Spielart.

Wenn ich richtig informiert bin, dann können Fetische u.a. Kleidungsstücke, Material, Sexspielzeug (z.B. Fibratoren), oder sogar Körperteile (z.B. Busen) sein.

Seltsamerweise ist das Wort „Fetischismus“ aber negativ besetzt. Und zwar insbesondere für Männer.

Beispiel:
Würde eine Frau ausschließlich aus antörnenden Fetischgründen für sich persönlich gerne Satinunterwäsche beim Sex tragen, würde ein Mann vermutlich kurz vor dem Sex nicht auf die Idee kommen, diese Beweggründe in einer stundenlangen Diskussion zu hinterfragen. Umgekehrt wäre das aber wohl eher gegeben?

Dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass Frauen heutzutage jeglichen Fetisch problemlos auch in der Öffentlichkeit ausleben können. Egal ob diese Mädels für sich sexuell antönend nun auf Kleidungsstücke wie HighHeels/Overknees/Nylons/Herrenkleidung und -wäsche, oder Materialien wie z.B. Satin/Lack/Leder stehen.

Damit wird klar, dass sich Frauen auch im Bereich „Fetisch“ ein erfülltes Sexualleben verschaffen können, da sie sexuelle Wünsche und Bedürfnisse auch in diesen subtilen Feinheiten im Intim- und Öffentlichkeitsbereich erfüllt und befriedigt bekommen. Sie müssen sich dazu nicht einmal näher äußern. Es ist zur Normalität geworden.

Bei Männern wird bei „Fetisch“ hingegen, gleich in welcher Form, sofort von einer therapiebedürftigen Behandlung gesprochen.

Netterweise wird in manchen Frauenzeitschriften von einer Fantasielosigkeit der Männer beim Sex gesprochen, die sich angeblich nur auf eine „Rein-, Rausbefriedigung“ beschränkt.

Wo bleibt eigentlich die „Fantasie der Frauen“, die die „Fantasie der Männer“ auch beim Sex zulässt? Es fällt vielen Frauen scheinbar schwer, Toleranz und Respekt für die
Wünsche, die Bedürfnisse und eben der Fantasie ihrer Männer aufzubringen. Männer sollen weiterhin so handeln, wie Frauen das für sich egoistisch wollen.

B) Mode und Sexualität für Frauen und Männer

Es dürfte unbestreitbar sein, dass Mode ein Paradies in Vielfältigkeit und Schönheit für erotische Feinschmecker/innen zeigt.

Frauen nutzen heute sämtliche modischen Gestaltungsmöglichkeiten zur grenzenlosen Bereicherung ihres persönlichen erotischen und sinnlichen Vergnügens.

Mädels können sich in ihrer Kleidung z.B. in einer unfassbaren Vielfalt an weichen, bunten und fließenden Stoffen, als auch anderen Materialien, ausstatten, die durch aufregende und sexy Schnitte zu einem interessanten und erotischen Blickfang werden. Gleichzeitig können sie sich zu jeder Stimmung und Gelegenheit passend einkleiden.

Damenmode leistet für diese einen angenehmen Beitrag um das emotionale Befinden einer Frau privat und öffentlich positiv zu beeinflussen und dass manche Stimmungen durch ein entsprechendes Outfit intensiver und genussvoller erlebt werden.

Obendrein wirkt sich also der freie und unbeschwerte Umgang mit Erotik und Mode auch positiv auf das persönliche Wohlbefinden aus. Und zwar nicht nur bei Frauen, sondern selbstverständlich auch bei Männern.

Doch ausgerechnet diesen wunderschönen Spielplatz der Mode und die damit verbundene freie Entfaltung der Lust und Phantasie wollen Frauen offenbar für sich alleine beanspruchen.

Frauen gehen viel unbekümmerter mit Fetisch, Sex und Erotik um, als Männer.
Und bei diesem Entfaltungsbereich können sich die Männer noch sehr viel von den Frauen abschauen.

Von der Frauenwelt wird bei Männern also die Einhaltung einer schlichten, farblosen und eher funktionalen und robusten Kleidervorschrift erwartet. Der Blaumann ( egal, ob nun der blaue Arbeiteroverall, oder der blaue Nadelstreifenanzug ) degradiert den Mann lediglich zum gesellschaftlichen, vorzeigbaren Geldbeschaffer ohne Eigenansprüche.

Der Mann soll für Frauen gesellschaftlich etwas darstellen, damit eine Frau zu ihm aufschauen kann? Nein, eher umgekehrt, denn jede Frau erwartet von einem Mann, dass er hält, was sie sich von ihm, insbesondere für ihr gesellschaftliches Ansehen, verspricht. Dann aber blickt sie heutzutage nicht mehr hinauf, sondern sogar milde lächelnd herab?

C) Emanzipation in der Mode für Frauen und Männern

Frauen behandeln das Thema „Mode“, als wäre dieses nur ihr unbegrenzter Spielplatz für ihr persönliches, unantastbares, weibliches Monopol.

Sie verteidigen beharrlich ihre sexistischen Eskalationen, die sie in Form von provozierender, fetischistischer und exhibitionistischer Erotik, ungeniert sogar in der Öffentlichkeit problemlos ausleben können.

Frauen erwarten, trotz einer bereits gegebenen Frauenemanzipation, dass Männer weiterhin so funktionieren, wie sie es seit Generationen erwarten durften. Das erinnert mich an ein feministisches Rosinenpicken.

Gerade deshalb dürfte der Geschlechterkonflikt (auch in Partnerschafts-Problemen) m.M.n. zunehmen. Denn Rücksicht, Nachsicht, Toleranz, Respekt, Verständnis usw. fordern Frauen nach wie vor zwar gegenüber Männern ein, gestehen dieses umgekehrt den Männern aber nicht zu.

Gemeinsame Konfliktbewältigung für die Anliegen der Männer scheint für viele Frauen völlig unattraktiv zu sein. Denn in unserer Therapie- und Wegwerfgesellschaft, hat die persönliche Selbstverwirklichung und die freie Entfaltung des individuellen weiblichen Egoismus, einen viel höheren Stellenwert als die Bereitschaft zu anständigen und versöhnlichen Kompromissen der Mädels gegenüber den Jungs offenbar zunehmend Raum gewonnen zu haben?

Die Außenwirkung eines Mannes bleibt für Frauen also im Vordergrund? Der Mann in seiner Außenwirkung als Attribut weiblicher Überlegenheit im gesellschaftlichen Konsens?

Jedenfalls scheinen die Grenzen der weiblichen Toleranz/Akzeptanz, wenn es um Männer und deren Interessen geht, nicht gerade großräumig entwickelt und ausgeprägt zu sein. Insbesondere in der Männermode.

Die weiblichen Emanzipationsbewegungen hatten und haben das Ziel Traditionen männlicher Vorherrschaft niederzureißen und zu zerstören. Das ist den Frauen ja auch in nahezu allen Bereichen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens gelungen.

Heute ist die Mode zweifellos noch fest in Frauenhänden.
Und diesen Spielplatz verteidigen Frauen gegen das Eindringen der Männer. Das zeigt sich immer wieder in irgendwelchen Frauenmodeblogs.

Wesentlich erscheint mir, dass diese Frauen-Bastionen zunehmend unter dem Ansturm moderner, gleichberechtigter und eMANNzipierter Männer zu wackeln beginnen.

Wir Männer wollen nichts anderes, als eine gemeinsame gleichberechtigte Gesellschaft, in der es keine Abgrenzungen von Männer- und Frauen- Bastionen gibt.

Der Lebensraum der Frauen ist keinesfalls offen für Männer und der Lebensraum der Männer hingegen ohnehin schon offen für die freie Selbstverwirklichung der Frauen.
Gleiche Rechte, gleiche Pflichten und gleiche Möglichkeiten also für alle.

Nach und nach werden auch die Frauen-Domänen unter dem Druck der Männer zusammenbrechen und der Lebensraum der Frauen wird sich zunehmend auch für die Männer öffnen müssen. Moderne, aufgeschlossene und eMANNzipierte Männer akzeptieren es nicht mehr länger, dass ihr eigener männlicher Lebensraum inzwischen vollständig von den Frauen "invasionsartig" enteignet wurde und dass die Frauen obendrein, so paradox es sich anhört, von den Männern erwarten, dass sie die Lebensräume der Frauen beschützen, respektieren und verteidigen.

Weibliche Lebensräume, z.B. in der Mode können eine wertvolle Bereicherung auch für Männer sein. Die daraus gewonnenen Erfahrungen sind eine Erweiterung der persönlichen Ich-Mann-Erfahrung und sicherlich auch für Partnerschaften für gegenseitig mehr Verständnis förderlich.
In der Welt der Frauen erleben Männer ein neues Spektrum für Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsentfaltung.

Frauen fordern seit Jahrzehnten Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung. Nun sind wir Männer dran und zwar gerade deshalb, da Frauen mit einer eMANNzipation gar nicht gerechnet hatten.

Jetzt hätten Frauen die einmalige Chance zu beweisen wie ehrlich sie es mit ihren Sprüchen nach Toleranz, Respekt, Gleichbereichtigung, freier Selbstbestimmung, freier Persönlichkeitsentfaltung auch für Männer tatsächlich meinen. Emanzipation kann keine Einbahnstrasse sein.

Feministinnen haben das Prinzip der Gleichberechtigung klar definiert, gleiche Rechte und gleiche Möglichkeiten für alle.
Es genügt nicht, dass die Frauen immer nur dann Gleichberechtigung fordern, wenn es um ihre eigenen, persönlichen Vorteile geht.

Zurück zur Modevielfalt:

Aus meiner Sicht ist es für Männer heute geradezu eine Pflicht den Mut zu haben und sich auf dem Spielplatz der Frauen ebenso selbstbewusst auszubreiten, wie Frauen sich umgekehrt in den Männer-Bastionen seit zig Jahren ausbreiten.

Nur dann, und nur dann werden die Männer einen unvorstellbaren Reichtum an neuen, interessanten und aufregenden Entfaltungsmöglichkeiten finden, mit denen sie ihr privates,
berufliches und auch ihr schöpferisches Modeleben erfüllend bereichern können.

Ganz besonders bei der Mode haben sich die Männer bisher völlig zurückgehalten.

Ein Kleid oder ein Rock ist nichts anders als ein Kleidungsstück, und ein Kleidungsstück kann doch nicht das Monopol eines Geschlechtes sein. Also weder Rock noch Hose.
Nur weil aus bisheriger Tradition überwiegend Frauen Kleider, Röcke, oder Seidenstrümpfe tragen, heißt das noch lange nicht, dass z.B. Kleider, Röcke und Seidenstrümpfe deswegen ausschließlich "Frauensache" sind und bleiben müssen.
Waren Hosen in grauer Vorzeit ein Monopol der Männer und hatten sich die Frauen dann daran bis heute gehalten? Eben nicht, wie bei sämtlicher anderer Männerkleidung.

Kleider, Röcke, Strapse, Mieder, Heels sind ebenso wie Hosen, Hemden, Schuhe, Anzüge oder Jacken – was auch immer - für Frauen Kleidungsstücke für "Jedefrau".

Gerade aus den Lebensräumen der Frauen könnten wir Männer viele neue und wertvolle Anregungen erfahren, um unsere eigene Persönlichkeit zu reformieren, zu vervollständigen. und um uns in unserer männlichen Ganzheit nunmehr neu zu „eMANNzipieren“.

Zum Beispiel kann ein „geiler“ Lederrock (nur als ein Beispiel für Material und Stil gemeint) m.A.n. nicht nur bei einer Frau sehr attraktiv aussehen, sondern auch ein Mann wird darin zu einer interessanten und aufregenden Erscheinung. Ob nun Frau oder Mann können sich damit prächtig Wohlfühlen. Der Frau ist das gestattet dem Mann nicht, da er in Richtung Fetisch und Homosexualität verschoben wird?

Ähnlich könnte das aufgefasst werden, wenn ein Mann an einem sonnigen
Sommertag ein luftiges Sommerkleid trägt, oder abends beim Ausgehen ein Hochgeschlitztes Abendkleid mit Strapsen darunter und armlangen Seidenhandschuhen tragen würde. Vielleicht ist es nur ungewohnt, weil es nicht mit dem gewohnten traditionellen Männerbild übereinstimmt?

OkOk… letzteres wäre auch nicht Meines. Dient aber zu einer Klärung durchaus.

Der grenzenlose Spielplatz der Mode bietet jedenfalls nicht nur den Frauen, sondern selbstverständlich auch den Männer die Möglichkeit, erotische Phantasie und männliche Kreativität zu verbinden und sich lustvoll an der eigenen erotischen Schönheit zu erfreuen.

Ein geiler Minirock und aufregende Strumpfhosen lösen selbstverständlich auch bei vielen Männern ein viel erotischeres Körpergefühl aus, als Jeans und T-Shirt, oder Anzug und Krawatte.

D) Androgyne Männermode, androgyne Male-Models

Mein Nickname „Androgyn“ war nur zufällig seinerzeit so gewählt. Es hatte nichts damit zu tun, dass „Androgynität“ eben erst jüngst an einer modisch männlichen Attraktivität gewinnt.

Und zwar eben auch nicht in Richtung Homo- , oder Bisexualität, sondern Heterosexualität.

Es geht beim Thema „Androgyn“ vielmehr um ein aufregendes Gefühl, neue und phantasievolle Ideen in eine bis dato starre Männermodewelt zu produziert. Dazu mag analog der Damenmode ein Vergnügen an einer evt. sogar kreativen erotischen Gestaltung des männlichen Körpers über Outfit angedacht sein.

Also völlig neue phantasievolle Ideen zu produzieren.

Gerade das Malemodel/Männermodel Andrej Pejic, oder der Sänger Mana Sama aus der Visual Kei Szene in der männliche Musiker und Fans eine „weibliche Mode“ tragen, eine völlig zeigen das besonders auf. Also eine Art Übertreibung als Verdeutlichung.

Aus meiner Sicht sollte „Mode“ Männern und Frauen die Möglichkeit bieten ihre Individualität so auszudrücken und zu präsentieren, wie es ihrem persönlichen Ich-Gefühl entspricht.
Gleichberechtigung und Gleichstellung von Männern und Frauen heißt daher auch, dass alle Variationen die die Mode bietet, sowohl von Männern wie auch von Frauen als Teil der individuellen freien Selbstbestimmung in Anspruch genommen werden kann.

Freie Auswahl einer Kleidung ist im Hinblick auf das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung eine Errungenschaft unserer "emanzipierten" demokratischen Gesellschaft. Aber bitte nicht nur für das weibliche Geschlecht.

Letztlich sagen beide, Andrej und Mana, in Interview´s aus, dass sie die Frauenmode lediglich zur Verwirklichung ihres Modeanspruches nutzen. Unbekannt ist die sexuelle Ausrichtung dieser zwei Extrembeispiele. Fakt dürfte aber sein, dass sich die von diesen beiden Herren getragene Männermode kaum so durchsetzen ließe. Und zwar schon deshalb nicht, da selbst ein simpler Männerrock offenbar nur erschwert einen Durchbruch hat.

E) Ergebnis

Die Frage ist, was sich angesichts der Mode-eMANNzipation relativ flott umsetzen ließe? Übertreibungen sicherlich nicht. Gemäßigtes schon eher.


Zuletzt von Androgyn am Do Mai 12, 2011 12:09 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Androgyn
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BeitragThema: Rock oder Hose? Die EMAN(N)zipation des Rockes. - auf ARTE   Do Mai 12, 2011 12:03 pm

Rock oder Hose?

Eine Sendung auf ARTE / Die Ausstrahlung war bereits am Dienstag, 10. Mai 2011 um 20.15 Uhr

Angeblich ist es für Frauen schwierig geworden, Rock zu tragen?

Maïa Mazaurette erklärt in der zweiten Dokumentation „Bock auf Rock“, was es damit auf sich hat. Es werden einige Fragen beantwortet, die auch wir uns hier im Forum immer wieder gestellt hatten; z.B. warum tragen Frauen heutzutage kaum mehr Röcke, oder warum tragen Frauen gerne Röcke, …usw.


So manche Argumentation der Frauen ist identisch mit unseren Forderungen und Ansichten. Also durchaus sehenswert. Ich hatte mir die Sendung zu Gemüte geführt und die Aussagen etwas mitnotiert. Die Zusammenfassung werde ich noch liefern.

Wenn es wirklich so sein sollte, dass sich Frauen heute nicht mehr trauen Rock zu tragen, bin ich höchst erstaunt. Gleichzeitig wäre meine Überlegung, dass dieser neuen Frauenbewegung FÜR den Rock an der Frau unsere Männerbewegung FÜR den Rock am Mann höchst nützlich sein könnte?

Daher kam zuweilen auch die Aussage von Frauen, dass auch Männer Röcke tragen sollten? Und wie sagte eine Teilnehmerin sehr richtig: „ Die Herausforderung ist auch bei den Männern zu sehen, für sich Kleidung (Rock) zu erkämpfen und nicht in ihrer Männlichkeit gefangen zu bleiben.“

Es wäre anzuregen, dass eine ähnliche Sendung mit positiver Darstellung FÜR den Rock am Mann von den Arte-Redakteuren aufgegriffen wird.

Wer die Sendung verpasst hat, kann sich diese noch einige Tage auf Arte ansehen. Leider aber nicht herunterladen. Zudem kann dort die Sendung kommentiert werden.

http://videos.arte.tv/de/videos/die_emanzipation_des_rocks-3879002.html

http://videos.arte.tv/de/videos/debatte-3878980.html

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Rock-oder-Hose/3857540,CmC=3857576.html

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Rock-oder-Hose/3857540.html

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Rock-oder-Hose/3857540,CmC=3877092.html

Die Gäste waren:
• Portrait von Güner Güner Balci, deutsche Journalistin und Schrifstellerin türkischer Herkunft.
• Jeannette Bougrab, Staatssekretärin für Jugend und Vereinswesen beim Minister für Bildung, Jugend und Vereinswesen. Ehemalige Präsidentin des HALDE (Haute Autorité de lutte contre les discriminations et pour l'égalité; Hohe Autorität zur Bekämpfung von Diskriminierung).
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teerpirat
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BeitragThema: Re: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Do Mai 12, 2011 8:50 pm

Hallo Androgyn,

Ich kann nur sagen:

Wow!

Sehr gut kommentiert und zusammengefasst. Dazu ist wohl kaum mehr dazu zu sagen, genau so schauts aus:
Frauen können ihre Sinnlichkeit beim Tragen ihrer Kleidung voll entfalten, ohne dass irgendwelche Konnotationen von Fetischen gestellt werden.
Ganz anders dagegen beim Mann: Jedwege Abweichung vom Mainstream wird gleich als krank, gestört und pervers abverurteilt.
Und ich dachte immer, wir wären heute eine aufgeklärte Wissensgesellschaft?

LG
teerpirat
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Androgyn
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BeitragThema: Eine Art inhaltliche Zusammenfassung der ARTE-Sendung "Rock oder Hose"   Do Mai 12, 2011 9:40 pm

Eine Art inhaltliche Zusammenfassung der ARTE-Sendung "Rock oder Hose"


A) Eingangs zunächst einige Zitate aus einem Artikel von Maïa Mazaurette

(Siehe: http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Rock-oder-Hose/3877092.html )

und aus den Beschreibungen der ARTE-Sendung mit meinen Anmerkungen :

Der Rock ist ein komplexes Ding mit seinen gesellschaftlichen, historischen, ja subversiven Aspekten. Da kann ich nur zustimmen, denn der Männerrock konnte sich aus den genannten Gründen noch nicht durchsetzen.

Die Hose mag immer noch als ein Kleidungsstück gelten, das als Symbol für die Definition des Männlichen angesehen wird.

Es werden Fragen gestellt, wie: „Was ist so gotteslästerlich an einem Kleidertausch, was war so skandalös an Jeanne d'Arc? Gertrud Lehnert berichtet von freiheitsdurstigen Frauen, die sich in Männerkleidern einen Zugang zu männlichen Domänen eroberten. „

Belegt ist, dass Frauen in Männerkleidern die jeweils herrschenden Vorstellungen von Geschlechterrollen widerspiegelten und welche Ängste sie dadurch insbesondere in der Männerwelt hervorgerufen hatten. Der Frauenrock wurde von Frauen als Kontrolle des weiblichen Körpers durch die Männer angesehen. Quatsch… es sieht einfach nur augengefällig aus.

Genannt wird ferner, dass es bei Frauenkleidung immer um die Selbstbehauptung der Frau, um ihre soziale Sicherung, sexuelle Begierde und die Macht im Haus geht.

Und was ist mit den Männern, die exakt heute sich diese gesellschaftlich aufgezwungene und unzeitgemäße Geschlechterrolle nicht mehr aufbürden wollen?

Löst ein Mann im Rock bei den Frauen etwa ähnliche Ängste aus, wie seinerzeit die Damenhose bei den Männern?
In diesem Falle den Verlust des allzeit bereiten Beschützers und Ernährers für eine Frau?

Und könnte es ein unerwünschtes Vordringen des Mannes in weibliche Domänen geben? Der gestylte Mann als Frauenkonkurrenz? Nicht wirklich oder?

Gerade heute geht es bei der Männerkleidung ebenfalls um die Selbstbehauptung des Mannes, um deren eigene soziale Sicherung und damit auch darum die Verantwortung für eine Frau nicht mehr ausschließlich alleine als Mann („Macht im Haus“) tragen zu müssen?

Dass Kleidung natürlich auch „sexuelle Begierde“ auslösen kann, mag sein. Nur was ist daran verwerflich? Gerade Frauen hatten zu allen Zeiten ihre Kleidung gleichsam als Waffe eingesetzt und brachte der Männerwelt den Vorwurf ein: “Männer wollen immer nur das eine.“

Und wie schreibt Maïa Mazaurette als neue Frauenheilbringerin: „Ideal wäre es eigentlich, wenn die Frauen sich ihrer Macht gar nicht bewusst wären und verführen würden, ohne verführen zu wollen und Rock tragen würden, ohne die Reaktionen zu bemerken.“

Hier wird deutlich, dass Frauen ihre Kleidung schon immer gerne als Machtinstrument und zur Manipulation der Männer eingesetzt hatten. Durch das Hosentragen der Frauen sind sie dieser Instrumente beraubt
und erkennen das nun ?

Eine weiter Frage stellt sich….. Was spricht dagegen, wenn heute die Männer sich ihrer Macht gar nicht bewusst wären und verführen würden, ohne verführen zu wollen und Rock tragen würden, ohne die Reaktionen zu bemerken? Natürlich bemerken wir rocktragende Männer die sehr positiven Resonanzen der Frauen.

Sicherlich ist es hilfreich die Vergangenheit zu bemühen, nur was ist mit dem Heute? Heute haben Frauen den Kleidertausch vollzogen. „Kleidertausch ???“ Gemeint war mit der Formulierung „Kleidertausch“ offenbar, dass Frauen ihre weibliche Kleidung gegen männliche tauschen und nicht etwa, dass Männer nun etwa Röcke tragen.

Die Dokumentation und die Artikel zeigen, dass sich die Frauen im Kampf um ihre Unabhängigkeit stets der Kleidung bedient hatten. Nicht unbedingt weil sie mussten, sondern durchaus wollten.

Erst die Feministinnen behaupteten, dass die vorherrschende Moral seit Jahrhunderten Kleidung benutzt, um die Macht über den Körper der Frau zu untermauern und ihren gesellschaftlichen Status zu kontrollieren. Aus einer kleinen Bewegung weniger Feministinnen wurde eine globale Lawine, die nur noch die Damenhose akzeptierte.

In 40 bis 50 Jahren werden wir Männer darauf dringen, dass wir endlich wieder Hosen tragen dürfen? *ROFL*

B) Zur ARTE-Sendung


I.) Vorworte zur ARTE-Sendung

Richtig ist sicherlich, dass die Frage, ob Rock oder Hose weit mehr als eine modische Intension, ist. Und zwar für rocktragende Männer UND rocktragende Frauen.

Ein weiteres Zitat aus der Beschreibung der ARTE-Dokumentation:

„Frauenkleider waren schon immer symbolträchtige Spiegel ihrer Zeit. Nachdem sich die Frauen das Recht auf die Hose erkämpft haben, streiten heute manche für das Recht, wieder Rock tragen zu dürfen. Wie konnte der Rock - früher ein von den Feministinnen verschrienes Zeichen sexueller Unterdrückung - zur Speerspitze einer neuen Weiblichkeit oder sogar eines neuen Feminismus werden?“

Unfassbar. Und dann wird noch behauptet, dass Männer doch alle Feiglinge sind. Sie gehen in der Öffentlichkeit fast unsichtbar ihrem voyeuristischen Laster nach, aber dazu stehen tun sie nicht. Ferner wird von der Autorin erwähnt, dass der Rock nicht nur die Autorin schizophren macht, indem er ihren Wert je nach Jahreszeit, Situation und Land schwanken lässt, sondern auch die Männer schizophren macht, die den Rock nicht mal tragen.

Diesen Aussagen kann ich so nicht zustimmen. Denn ich bin von fast jeder Frau im Rock begeistert und zeige das auch dezent. Würde ich es zu offenkundig zeigen, müsste ich schon wieder mit negativen Resonanzen der Damen als sexistischer Macho rechnen. Völlig anders verhält sich das, wenn ich selbst Rock trage. Dann werden meine bewundernden Blicke wohlwollend von den rocktragenden Mädels aufgenommen und oft kommt ein Gespräch zustande. Ich trage Rock also gerne.

II.) Gesellschaftliche Kleidervorschriften

Das Seltsame ist in dem ARTE-Beitrag, dass nun offenbar eine völlig neue Emanzipationsbewegung entsteht, die völlig konträr zu der bisherigen Feministinnenbewegung zu stehen scheint. Ich erdreiste mich diese fast wörtlich herausgelesenen Aussagen der Frauen etwas zusammen zu fassen und zu kommentieren.

Ein Kernpunkt ist nun, dass behauptet wird, Frauen können gesellschaftlich noch immer nicht das tragen was sie wollen. Frauen wollen sich heute nicht mehr als Mann verkleiden müssen, um ganz oben anerkannt zu sein. Es geht nicht darum zu kämpfen, wie Männer zu sein, sondern so zu sein wie Frauen das möchten. Ok - wir Männer wollen das auch.

Allerdings bestünde heute ein gesellschaftlicher Druck nach Uniform. Also nach Kleidervorschriften, die Frauen (z.B. Hosenanzug, typisch männliche Kleidung….) einengen. Nun geht es um den Kampf für Freiheit und gegen alles dominierende Verbote. Und hier ist der Rock gemeint!
Neu ist das für mich nicht, wenn nun auch in die andere Richtung. Und was spricht dagegen, dass auch Männer sich nicht mehr in Hosen zwängen wollen?

Die Damenhose galt als Zeichen des Fortschrittes ab den 60-iger Jahren, da der Rock als Unterwerfung unter dem Mann galt. Der Rock wurde als Besitz und Machtanspruch der Männer über die Frauen von Frauen beurteilt.
Die Hose galt als Befreiung vom Kleiderzwang „Rock“ und wurde gleichsam nun als neue Waffe gegen Männerdomänen und für Gleichberechtigung verwendet. Sie, die Hose, wurde zum unabdingbaren Kleidungsstück für die Befreiung der Frauen um sich Türen zu Männerwelten zu öffnen.

Dass diese unsägliche uniforme Männermode gar nicht so spaßig ist, scheint den Frauen nun zu dämmern?

Denn nun wird gesagt, dass der Rock eine Strategie und eine Taktik ist, um Türen zu öffnen. Also eine völlig konträre Ansicht. Der Rock diene nun dazu den selbst geschaffenen Zwängen nach gesellschaftlicher Uniform zu entkommen. Der Rock wird als Rüstung des neuen Feminismus bezeichnet.

Die Fragen wollen nunmehr wieder neue Regeln des Zusammenlebens in der Gesellschaft und ihre Kleidung (Rock) nicht einer gesellschaftlichen Moralvorstellung unterwerfen.

Wie sagte Frau Mazaurette irgendwie …. „…schizophren…“ ? Ich hatte sowieso noch nicht wirklich verstanden, was unter Eroberung der Männerdomänen zu verstehen sei? In Hosen, Bier trinkend und gröhlend am Fußballplatz? Oder aber irgendwelche Führungsetagen in Hosen zu erklimmen, da Geist und Rock dazu nicht ausreicht? Und was sind eigentlich Frauendomänen?

Was all die Frauenrechtlerinnen, Emanzipationsbewegungen, neue und alte Feministinnen noch immer nicht begriffen haben ist, dass auch der heutige Mann sich emanzipieren will. Und das bitteschön auch in seiner Kleidung. Die Argumentationen der Männer dazu sind fast kongruent.

Daher auch die Forderung zum Rock am Mann. Es geht um die gesellschaftliche Anerkennung des Rockes für beide Geschlechter. Erst dann und nur dann erscheint mir die Emanzipation beider Geschlechter gelungen.

Eine Frau, die den Rock am Mann ablehnt, will ihre Emanzipation nicht und sich weiterhin bedingungslos unterordnen. Das ist ihr gutes Recht. Ein Mann der Rock trägt will eine gemeinsame Ebene der Geschlechter und das kann nur im Interesse der neuen Feministinnen sein.

III.) Rockmode und Sexualität für Frauen und Männer

Was wurde im ARTE-Beitrag erwähnt, weshalb Frauen heutzutage hinsichtlich Sexualität keine Röcke mehr tragen wollen?

Es wurde genannt, dass eine Frau im Rock schon fast mit einer Hure verglichen wird. Z.B. hat der Minirock sexuelle Aspekte. Er würde den freien Zugang zum Sex signalisieren und damit sei die Frau wiederum nur Sexualobjekt. Der Minirock, oder Rock ganz allgemein hätte daher eine Sexsymbolkraft. Dies würde aber heutzutage, wo Frauen problemlos Hosentragen können – oder müssen? – im Widerspruch zu gesellschaftlichen Moralvorstellungen stehen.

Hm.. *grübel*…. Ob deswegen so vielen Frauen hohes Interesse an mir zeigen, wenn ich Rock trage? Also in deren Augen freien Zugang zum Sex und mich als Sexualobjekt signalisiere? Ein völlig neuer Gedankengang auf den ich bis dato solcherart bestätigt noch gar nicht gekommen war *LOL*.

Seltsamerweise wurde von dem Moderator dazu auch das Thema Migranten, Islam usw. als Thema immer wieder mit breiterem Zeitraum angeführt. Ok – in Frankreich mag das noch stärker ausgeprägt sein, als in der BRD. Andererseits erscheint mir just dieses als nahezu völlig überflüssig für eine europäische Fragestellung zum Rock. Denn ebenso abwegig wäre es, wenn irgendein Moderator die Frage aufwirft, ob die Verschleierung von europäischen Frauen nun endlich auch in Europa gefälligst zu greifen hätte? Das eine mag Religion sein, das andere Mode und deren Aspekte. Für die Fragestellung des Moderators wäre daher eine andere Sendung eher anzuraten.

Ebenso interessieren mich auch nicht alle sozialen Kasten. Wenn in sozialen Brennpunkten der Rock angeblich den Graben zwischen Mädels und Jungs vertieft, so empfinde ich das als Problem eines jeweiligen Gettos und dessen geistigem Überbau. In einer Sendung zu einer pauschalen Übersicht „Rock oder Hose“ ist auch dieses m.M.n. deplaziert.

Wie auch immer…. Was sagten europäische Frauen zum Thema Rock und Sexualität?

Genannt wurde, dass es ein unglaublich schönes aerodynamisches Gefühl (den Ausdruck kannte ich noch nicht *g*) sei im Rock die Luft zu spüren und wenn der Rockstoff die Beine umstreicht. Im Rock fühlen sich Frauen erotischer und darin werden sogar erotische Frauenphantasien geweckt. Z.B. ist es bei manchen Frauen ein kleines Geheimnis, es erregend zu empfinden ohne Slip unter dem Rock in der Öffentlichkeit auf zu treten. Ob das eine Erklärung dafür ist, weshalb sich Mädels immer dafür interessieren, was ein Schotte unter dem Kilt, oder ein Rockträger drunter trägt?

Die Frauen vertreten die Ansicht, dass das Gefühl das Sex im Rock jederzeit möglich sei, antörnend sei. Der leichte luftige Sommerrock mit dem Windstoß von unten als Risiko ebenso. Es wurde sogar behauptet, dass gerade deshalb sich Hosenröcke nicht durchsetzen. Bei Männern kommt der Hosenrock evt. ähnnlich begründet nicht durch?

Zudem wurde auch erwähnt, dass so manche Frau eine sexuelle Macht im Rock bewusst gegenüber Männern ausnutzt, um etwas anderes zu erreichen. Zusätzlich kam die Aussage dass eine Frau im Rock eher wahrgenommen wird und damit der Rock ein prächtiges Machtinstrument der Frauen im Machtspiel gegenüber den Männern ist. Interessant…..

Wenn es um Rock am Mann hinsichtlich Sexualität ginge, dann müsste ja gerade Männer ausschließlich und nur Röcke tragen? Denn es wird ja immer wieder von Frauen unterstellt, dass Männer nur an das eine denken, also jederzeitige sexuelle Möglichkeit. Und im Rock ist das uns Männer leichter? *LOL* Es geht nach den Frauenaussagen bei ARTE um Auslebung von Sexualität für Frauen und Männer? Ok, dann erst recht trage auch ich Rock.

Die obigen Frauenaussagen war endlich mal ehrlich.

Wir rocktragende Männer können es uns einfacher hinsichtlich unserer Argumentation zu Sexualität, Mode und Rock machen. Wir tragen Röcke aus den gleichen sexuellen, oder modischen Bedürfnissen wie die Frauen. Und weshalb sollte sodann eine Frau dagegen sein?

C) Ergebnis


Interessant war eine Abschlussbemerkung der Teilnehmerin Balci. Sie nannte, dass sie auch MakeUp für Männer gut fände. Daraufhin war zunächst großes staunendes Schweigen zu hören und dann war bereits die Sendung zu Ende.
Das Thema Rock am Mann wurde also nahezu gänzlich nicht gestreift.

Wenn diese neue Feminismusbewegung jedoch Aussicht auf Erfolg haben will, so muss sie die neue Emanzipationsbewegung der Männer zum Rock unterstützen. Letztlich geht es in die gleiche Richtung.

Seltsamerweise beschäftigen sich die Mediem immer wieder mit den Anliegen der Frauen. Wann eigentlich mit den Anliegen der Männer? Oder haben Männer keine zu haben?

Und nun eine Schleife zurück zum Eingang meiner Darstellung.... richtig, der Rock ist ein komplexes Ding mit seinen gesellschaftlichen, historischen, ja subversiven Aspekten für Männer und Frauen.

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BeitragThema: Re: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Do Mai 12, 2011 11:52 pm

Hi Androgyn,

ganz herzlichen Dank für die ausführliche Darstellung und (Beileid!) dass Du es Dir angesehen hast. Ich habe offenbar nicht viel verpasst - im Gegenteil!

Aber was ich so beim Überfliegen heraus ziehe ist, dass die Ober-Emmanzin alles für sich beanspruchen möchte, um ihrer Ideologie gerecht zu werden.

Röcke sind sexistisch, darum trägt SIE Hosen.
Nur Hosen zu tragen ist auch sexistisch, darum trägt SIE auch Röcke.

Evil or Very Mad

Man könnte es als schizophren bezeichnen oder einfach auch nur: ich drehe mir die Fahne nach dem Wind.

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Androgyn
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BeitragThema: Rock und Hose sind sexistisch?    Sa Mai 14, 2011 11:47 am

Hey Hansi….

Der ARTE-Beitrag war für mich durchaus sehenswert. Ich wollte schon immer wissen, für was oder wen kleiden sich Frauen? Du solltest Dir das tatsächlich ansehen und so manche Aussage der Mädels mitnotieren.

Die Redakteure der Medien benötigen regelmäßig reißerische Aufhänger zur Vermarktung ihres Medienprodukts. In diesem Fall wurde behauptet, dass Frauen keine Röcke mehr tragen dürften. Selten so gelacht. Im Umkehrschluss müssten Medien behaupten, dass Männer keine Hosen mehr tragen dürften, denn das sei ein sexistisches Machtsymbol der Männer.

Klarer wurde mir in dem Beitrag auf ARTE die Vielfalt der Intensionen, weshalb Frauen sehr wohl gerne Röcke tragen. Es ist ja schlechterdings nicht ohne weiteres möglich eine Frau auf der Strasse anzusprechen, weshalb sie einen Rock anzieht. Und wenn, dann gibt sie irgendwelche Allgemeinplätze von sich, oder empfindet die Frage als Anmache.

Ich wäre fast aus meinem Fernsehsessel gefallen, als ich hörte, dass Frauen durchaus den Rock als in sexueller Hinsicht antörnend empfinden. Würde ein Rockträger sich ähnlich formulieren, dann wäre er sofort in der Ecke Transfetischismus oder Homosexuell. Ich glaube nicht, dass dieser Vergleich hinkt. Denn offensichtlich wollen und können sich Frauen in der Öffentlichkeit so kleiden, dass es sie selbst antörnt. Die Damenhose scheint dazu nicht die Alternative zu sein, denn diese wurde in diesem Zusammenhang nicht erwähnt. Welch Wunder…. *LOL*

Der eine oder andere Kommentar zu der Sendung ist mir symphatisch. Denn darin wurde klar, dass Rock oder Hose je nach Anlass, Witterung und was auch immer extrem, praktisch sind. Wir Männer werden bedauert, dass wir dazu keinerlei Wahlmöglichkeit haben.

Auch Chris von „Rockmode“ hat zu dem ARTE-Beitrag einen Kommentar hinterlassen und auf die Internetseite „Rockmode“ verwiesen.

BG
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BeitragThema: Re: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Mi Mai 18, 2011 2:34 pm

Hey...

irgendwie schade ist, dass bis dato nur EIN Rockträger (Chris) die diversen ARTE-Beiträge in unserem Sinne kommentiert hatte.

Es ginge auch nicht darum, dass nur 2-3 Mitkämpfer dort einen Kommentar hinterlassen, sondern die Vielzahl der Mitstreiter zumindest kurz ihre Meinung zu "Rock oder Hose" hinterlassen.

Erst dann könnte auch bei ARTE dieses Thema "Rock am Mann" an Bedeutung gewinnen.

BG
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BeitragThema: Re: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Fr Mai 20, 2011 11:49 am

Hallo Androgyn,

zu deinem eingangs Beitrag passt glaube ich folgender Abschnitt ganz gut;
Zitat :
Auf ihrem Weg zur emanzipierten Frau sind viele Frauen über das Ziel hinaus geschossen. Sie sind männlicher als jeder Mann. Sie leben im Kopf und nicht im Körper. Als Perfektionistinnen definieren sie sich über Leistung und Tun. Sie wenden sich gegen die Männer, bekämpfen oder werten sie ab und werten sich somit auch selbst ab. Vor allem aber, und das ist die schlimmste Konsequenz, verleugnen sie dabei ihren Wesenskern, ihr innerstes Sein - das, was sie zur Frau macht.
Den ganzen Beitrag zum Zitat gibt es Hier.

MFG Michael

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BeitragThema: Re: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Fr Mai 20, 2011 1:38 pm

@Androgyn schrieb:
irgendwie schade ist, dass bis dato nur EIN Rockträger (Chris) die diversen ARTE-Beiträge in unserem Sinne kommentiert hatte.
Kommentar hinterlassen und die rechts im Banner des Artickel´s gezeigte kombination von Hose mit Stiefeln finde ich für Männer mehr als tragbar.

Hier ist das Banner.


MFG Michael

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BeitragThema: Re: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Fr Mai 20, 2011 2:34 pm

Hey Michael....

Tja.... "Auf ihrem Weg zur emanzipierten Frau sind viele Frauen über das Ziel hinaus geschossen. Sie sind männlicher als jeder Mann. Als Perfektionistinnen definieren sie sich über Leistung und Tun."

Genau das zeigt auf, was Frauen gerne von Männern immer noch erwarten, nämlich "Leistung und Tun". Der Mann mit prall gefüllter Brieftasche gilt als sexy, da erfolgreich und kommt als Ernährer gut in Frage. Sein Aussehen ist egal.

...." Sie wenden sich gegen die Männer, bekämpfen oder werten sie ab und werten sich somit auch selbst ab. "

Tja... das scheinen die sog. "neuen Emanzen" nun erkannt zu haben. *LOL*
Eines haben diese aber anscheinend noch immer nicht begriffen.... die schlichte Erkenntnis, dass Emanzipation für BEIDE Geschlechter wesentlich ist. Der Mann ist nicht das Feindbild, sondern der Partner auf dem Weg dorthin. Und dazu gehört nunmal auch, dass der Mann gemeinsam mit der Frau um Freiheiten in der Gesellschaft kämpft und nicht jede/r für sich.

BG
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P.S. Du wirst lachen Michael... klar ist auch mir das Banner Rechts aufgefallen. In der ersten Sekunde dachte ich..na sieh an links Mädels in Röcken und rechts Jungs in Hosen und und ansprechendem Schuhwerk*g*.




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BeitragThema: Re: Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode   Fr Mai 20, 2011 3:12 pm

Hallo Androgyn

@Androgyn schrieb:
In der ersten Sekunde dachte ich..na sieh an links Mädels in Röcken und rechts Jungs in Hosen und und ansprechendem Schuhwerk*g*.
Ja ich dachte auch erst rechts wären die Jungs, auf den zweiten blick hatte mich dann das Schuhwerk stutzig gemacht aber genau so kann es doch auch am Mann gut aussehen.
@Androgyn schrieb:
die schlichte Erkenntnis, dass Emanzipation für BEIDE Geschlechter wesentlich ist.
Emanzipation heißt doch eigentlich nichts weiter als, sich weiter zu entwickeln und es reicht eben nicht wenn sich nur eine Seite weiter entwickelt und die andere nicht, das führt automatisch zu einem Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht hatten wir doch schon mit dem dominierendem Mann und der "kleinen" Frau und im Moment entwickelt es sich in die andere Richtung, zur Dominierenden Frau und dem "kleinen" Mann. Die eine Ausrichtung der Gewichtung war nicht gut und die andere ist es mit Sicherheit auch nicht. Ziel der Emanzipation ist doch die Gleichberechtigung und diese wird nur erreicht wenn auch die Männer sich Emanzipieren dürfen nur dann kann es ein Gleichgewicht geben.
Genau genommen müsste uns die Alice Schwarzer Bewegung nach allen Kräften unterstützen da unser anliegen ja auch in ihrem sinne sein müsste. Wenn Männer die gleiche oder zumindest ähnliche Kleidung tragen wie Frauen können diese durch das tragen bestimmter Kleidung nicht mehr von Männern abgewertet werden Wink .


MFG Michael

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Modebeweggründe, Sexualität und Emanzipation in der Mode

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