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 Geschlechterarrangement bei H&M

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stylefreak
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BeitragThema: Geschlechterarrangement bei H&M   Fr Aug 26, 2011 8:16 am

Wer sich schon immer gefragt hat, warum die Männerabteilung in den Bekleidungsgeschäften regelmäßig viel kleiner ausfällt als diejenige für die Damen, wird hier vielleicht einige zusätzliche Gesichtspunkte bzw. Denkansätze (wieder)finden:

Frauen lieben Mode - Männer kaufen Kleider - Geschlechterarrangement bei H&M

Die Untersuchung schließt u.a. mit der Feststellung:

"H&M verkauft uns unsere Illusion von Geschlecht."

Das finde ich doch ziemlich treffend ...

.
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Stanley McLeod
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Sa Aug 27, 2011 11:56 am

Wow, habe den Artikel gerade gelesen und es bestätigt meine Ansicht über unsere Gesellschaft total.

auch dein Zitat "H&M verkauft uns unsere Illusion von Geschlecht" bringt auf den Punkt wie es zurzeit auf dieser Welt aussieht und das nichht nur hier in Deutschland/Europa, letztlich ist es doch in den meisten Ländern auf diesem Planeten, leide, so.

Naja die letzte Erkenntnis, dass versucht wird quasi schleichend ein Umdenkprozess einzuläuten, auch in der Modebranche, ist meiner Meinung nach zwar sehr positiv, aber leider zumindest auch ein wenig illusionorisch, da sich gerade in konservativen Kreisen und Weltanschauungen Geschlechterstereotypen und Rollenverständnisse nicht so leicht aufbrechen lassen.

LG Stanley

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Androgyn
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Sa Aug 27, 2011 7:14 pm

Hallo nancyboy…..

First - ich freue mich ungemein wieder von Dir zu hören. Und dann auch noch mit einem aus meiner Sicht extrem wichtigem Thema.

Die fünf Autoren (Nenad Agatonovic, Sophie Bussel, Sina Gremminger, Manuel Rusch, Patrick Weltert) bestätigen mit ihrer Zustandsbeschreibung bei H&M wieder einmal auch unsere Ansichten.

Dass die Modehandelsketten und nicht nur H&M das traditionelle Gender Rollenverständnis unterstützen, ist momentan noch üblich. Die Zielgruppe sind generell ausschließlich nur Frauen. In der Herrenmode fehlt damit die in der Damenmode gegebene Vielfalt. Das erklärt die extrem geringen Verkaufsflächen für die alljährlich wiederkehrende, standardisierte Männermode. Weshalb aber ist das noch so?

Erklärungsversuche mit Zitatenkette, die aber zu einer völlig neuen These führen:

Zitat: „ …wie kommt diese unübersehbare, marketing- und
produkttechnische Ausrichtung von Läden auf die weibliche Kundschaft zustande?“

Anm.: Exakt diese Frage stelle ich mir auch immer wieder.

Zitat: „…Hinweise auf das Arrangement der Geschlechter … sich nur schon in einem Kleidergeschäft finden lassen, von den Konsumenten aber weitgehend unreflektiert bleiben.“

Anm.: Wenn sich Geschlechter-Rollenverständnisse zwischenzeitlich völlig geändert haben, ist es erstaunlich wenn Bekleidungsgeschäfte weiterhin im Arrangement der Geschlechter verharren. Ebenso erstaunlich ist, wenn weder Frauen noch Männer als Konsumenten diesen Zustand der Verkaufsflächengestaltung und Sortiment der Modehandelsketten im Zeitalter der Emanzipation nicht hinterfragen. Das Diktat dieser Häuser wird einfach artig hingenommen.

Zitat: „… die Frau mit ihrer Kleidung versucht den Mann zu verführen…“ und „…Phantasien und Sehnsüchte der Frau geweckt werden…“

Anm.: Auch das deckt sich mit unseren Thesen, wonach Frauen ihre Kleidung je nach Zielrichtung auswählen, aber eben auch durch das Angebot können. Anlässe können Verführung, Wohlfühlfaktor („…Frauen suchen sich Kleider, welche ihren Charakter möglichst präzise darstellen….“ ) , schlichte Zweckgebundenheit etc., aber auch Phantasien und Sehnsüchte der Frau sein. Just dieses wird durch die Damenmodeindustrie geweckt (Bedarf) und verstärkt.

Ähnliches findet sich zur Männermode seltsamerweise immer noch nicht. Weshalb?


Zitat: „…warum sind Männer nicht so sehr darauf bedacht, erotisch und begehrenswert – für Frauen - zu erscheinen?“

Und die Antwort wird gleich mitgeliefert:

Zitat: „… Natürlich könnte es auch sein, dass diese vermeintlich geschlechtsspezifischen Charakterzüge erst durch die so gestaltete Bekleidung entstehen können und damit dazu dienen, Geschlechtsstereotypen aufrecht zu halten.“

Anm.: Auch das ist eine These, die auch ich immer wieder aufstelle. Die traditionellen Rollenbilder werden durch die Bekleidungsindustrie aufrechterhalten. Und genau das macht diese weltweit agierende Industrie m.M.n. sogar höchst gefährlich für BEIDE Geschlechter in allen Gesellschaften dieser Erde.

Im Übrigen wurde der Konsument schon immer durch die Bekleidungsindustrie konditioniert; d.h. der Konsument wurde zu einem folgsamen und untertänigen Käufer z.B. durch Bedarfsweckung erzogen. Die Bekleidungsindustrie gibt uns vor was wir zu tragen haben und nicht etwa umgekehrt wir Konsumenten der Bekleidungsindustrie.

Beispiel: Der Rock, als angeblich typisch weibliches Kleidungsstück, wird am Mann erst gar nicht angeboten, der Bedarf nicht geweckt, der Kauf damit nicht möglich. Und prompt behauptet die Bekleidungsindustrie der Mann hätte daran kein Interesse. Welche unerträgliche Logik soll das sein? Bleibt immer noch die Frage weshalb handelt die Bekleidungsindustrie derart unverständlich?


Zitat: „…Für Frauen ist Shopping auch mit einem Erlebnis verbunden, während Männer eher das Kaufen von etwas Notwendigem unter Shopping verstehen… “

Anm.: Völlig richtig. Aber nicht deswegen, weil Männer weniger modeinteressiert wären. Sie haben lediglich in dem grauen Männermodeeinheitsbrei keine andere Chance als lediglich irgendeiner Ersatzbeschaffung („Gebrauchsgegenstände“). Und das ist fürchterlich langweilig. Weshalb stört das die großen Konzerne nicht?

Zitat: „…Viele Personen sind sich aber gar nicht bewusst, das das Angebot und das Tragen solcher Kleidung eine eindeutige geschlechterdifferenzierende Sozialisation zur Folge hat und eine geschlechterneutrale Erziehung
zumindest beim Einkauf bei H&M bis heute noch nicht zur Realität gehört.“


Anm.: Mir persönlich ist das schon bewusst. Männer werden m.A.n. durch H&M und andere Handelsketten unfassbar diskriminiert. Ich kaufe daher dort – H&M - in der Männerabteilung weder ein Holzfällerhemd noch ein paar Socken. Weshalb gerade bei H&M nicht? Dieser weltweit agierende Konzern manifestiert über sein Warensortiment auch meiner Ansicht nach die Geschlechtsstereotypen weltweit. Und damit erscheint mir dieser Konzern im Sinne und der Zielrichtung von Emanzipation von Mann und Frau in den Gesellschaften als höchst bedenklich. Wobei ich nicht unbedingt eine bewusste geschlechtstypische Sozialisierung von H&M der Frauen unterstelle. Denn Frauen haben Wahlfreiheit. Männer nicht.

Zitat: „…Rollenverständnis sowie die Emanzipation führen zu einem größeren Wunsch der Selbstdarstellung, welcher oft durch die Kleidung zum Ausdruck gebracht wird.“

Anm.: Richtig. Gleiches gilt auch für den Mann. Männer wollen dies sehr wohl, werden aber völlig durch diese Mammutkonzerne ignoriert. Weshalb?

Zitat: „Doch im Wandel der Zeit und dem immer stärkeren Aufbrechen dieser Konventionen muss sich H&M vielleicht auch mit einer neuen Geschlechterordnung auseinandersetzen, um Käufergruppen, wie den modebewussten Mann, der seine Persönlichkeit auch mit der Kleidung zum Ausdruck bringen möchten..“

Anm.: Auch diese Auffassung deckt sich mit unserer seit vielen Jahren. Dennoch interessiert sich – vordergründig betrachtet - H&M für gesellschaftliche Umwälzungen nach wie vor nicht und bietet Männern mehr an Modevielfalt. Weshalb?

Wir alle stellen uns also seit Langem immer wieder die Frage, weshalb wir Männer derart stiefmütterlich durch die Modeindustrie behandelt werden? Es war für mich völlig unverständlich. Eine einzige Aussage in der Felduntersuchung hat mich auf eine völlig neue These gebracht, die dieses unverständliche Verhalten der Modeindustrie insgesamt erklären könnte:

Zitat: „ Trotz stetigem Wertewandel in der heutigen Gesellschaft, gilt der Mann hauptsächlich noch als Geldverdiener der Familie, wobei die Frau nach Aussen die eher passivere Rolle übernimmt …“

Anm.: Just dieses ist falsch. Die Frauenemanzipation hat den Mann als Versorger der Frau zunehmend in den Hintergrund gedrängt und diese Entwicklung geht weiter. Frauen können jeden Beruf ergreifen, den sie möchten. Sie sind absolut selbstständig und abgenabelt vom Mann geworden, wenn sie denn wollen. Mit der Frauenemanzipation steigt auch das Fraueneinkommen.

Weshalb also sollte sich die Modeindustrie mühsam eine weitere Zielgruppe, nämlich Männer suchen? Aufgrund der Frauenemanzipation ist das ökonomische Potenzial (Käuferschicht) in der Damenmode gewaltig angewachsen.

Meinem Empfinden nach haben mit Beginn der Frauenemanzipation schrittweise von Jahr zu Jahr die Modeverkaufsflächen der Männermode abgenommen und die der Frauen zugenommen. Was meine These bestätigen könnte. Diese meine vermutete Korrelation ist aber noch nicht wissenschaftlich untersucht.

Was haltet ihr von meiner These? Wenn wir sie als evt. richtig erachten, was wäre dann zu tun?

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nochsoeiner
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Sa Aug 27, 2011 7:22 pm

Durchaus interessante Thesen in diesem Artikel sowie - durch das Umarrangement - auch in deinem Artikel, die ich größtenteils teile.

Ich vermisse nun leider die bei wissenscahftlihen Arbeiten an sich übliche Angabe einer Kontaktadresse, um mit einem der Autoren in Kontakt treten und seine Meinung mal aktiv diskutieren zu können.

Schade Neutral
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Stanley McLeod
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Sa Aug 27, 2011 7:29 pm

Erstmal danke Androgyn für deine ausführliche Analyse, die ich eigentlich so ohne weiteres unterschreiben kann.

Was zu tun wäre?

Zuerst einmal sollte die Masse an Männern darüber aufgeklärt werden, dass sie nicht zwangsläufig dazu verdammt sind, den herrschenden Zustand der Modeindustrie blind hinnehmen zu müssen. Es sollte klargestellt werden, dass es auch in der männlichen Riege einige Exemplare gibt, die ihren Charakter, ihre Gemütslage auch durch Bekleidung ausdrücken möchten.

Das ist für den einen der Anzug, für den Anderen könnte es aber auch mal ein verspieltes Teil sein.

Beim Rock sehe ich momentan noch ein elendiges traditionelles Problem, vor allem in den doch sehr stark vorhandenen, konservativen Schichten in der Bevölkerung.

Dieses spezielle Bekleidungsstück war und ist für eigentlich alle Bewohner ein absolut spezielles, weiblich konnotiertes Teil der Bekleidung. Der Versuch, dieses seit ich behaupte einfach mal Jahrhunderten in diese Kategorie geschobene Kleidungsstück, so darzustellen, dass auch Männer daran Interesse haben könnten, wird sehr schwierig werden.

Die Gothicszene zeigt, wie es funktionieren KANN, allerdings ist diese Form des Rocks nicht wirklich alltags- bzw. massentauglich.

Es müssten entsprechende Bilder mit entsprechenden Outfits gemacht werden, um uns Herren langsam an das Thema heranzuführen. Schließlich sollte uns eigentlich allen klar sein, dass Männer im Allgemeinen weniger schnell auf neue Trends aus sind wie die Damen, noch dazu wenn es darum geht etwas neues auszurprobieren, was "weibisch" ist. Das wollen leider viele Männer einfach nicht und daher bin ich eben der Meinung, dass dies eine ganz spezielle Herangehensweise erfordert.

Große Konzerne wie H&M, C&A, New Yorker, etc. etc. könnten diese Dinge umsetzen, wenn sie denn wollen, weil da kommt dann ganz schnell auch der wirtschaftliche Faktor dazu. Wieso etwas neues versuchen, was womöglich floppt, wenn wir den alten Kram jährlich neu auflegen und wieder mit Sicherheit verkaufen können?

Hier wären gezielte Gespräche mit Führungskräften und die Vorlage bereits gut ausgearbeiteter Designs etc. wünschenswert, aber das liegt dann an entsprechenden Designern.

Das wäre soweit mal meine Meinung, Idee hierfür.

LG Stanley

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Androgyn
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Sa Aug 27, 2011 7:38 pm

Hey nochsoeiner…. Nur als lieb gemeinten Tip….

In derartigen Fällen gehe ich regelmäßig auf die diversen Personensuchmaschinen und gebe den gesuchten Namen ein. Oder aber ich gehe bei Google auf Suche durch Titeleingabe.

Ein erstes Ergebnis ist z.B Universität St.Gallen/Schweiz.

http://www.zbm.unisg.ch/org/opsy/gs.nsf/wwwPubInhalteGer/Geschlechterkonstruktionen?opendocument

Dort finden sich auch noch andere tangierende Themenbereiche. Klar kann sodann erst weiter recherchiert werden um evt. mit den Autoren in Kontakt zu treten.

BG an an Dich
Androgyn

P.S. Eine wissenschaftlich gültige Ausarbeitung war das bei den fünf Autoren nicht. Hier handelt es sich lediglich um eine Felduntersuchung. Als Erklärung und Gedankenanstoß zu unseren Themen aber prächtig beleuchtet.

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nochsoeiner
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Sa Aug 27, 2011 8:01 pm

Hallo Androgyn,

vielen Dank für Deine Mühen.

Ich habe denen mal eine Mail geschickt. Mal Schauen, wie sie reagieren.

Btw. frage ich mich sowieso, wie es in diesem Bereich mit der "Wissenschaflichkeit" bestellt ist. Dass es nicht so exakt ist wie in "meiner Heimat" ist klar.

VG

nochsoeiner
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Androgyn
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   So Aug 28, 2011 1:24 am

Lieber Stanley….

Ich empfinde es als Klasse, dass Du Dich mit den Thematiken offenbar ernsthaft auseinandersetzt und Anregungen lieferst. Also aktiv und mutig mitmachst.

Du lieferst gute Vorlagen zu den Zielgruppen mit denen wir uns auseinandersetzen könnten. Ich bin begeistert.

Vorne weg… immer dann, wenn ich den „Rock am Mann“ erwähne, dann meine ich diesen gleichsam als Synonym für eine generelle neue Männermode. Also nicht etwa unbedingt den Männerrock an sich.

1.) Aufklärung der Männer

Wie sollte das geschehen? Derartiges wird regelmäßig sehr schnell als belehrende Anmaßung verstanden und somit abgelehnt. Und welche Männer sollen wie über was aufgeklärt werden? Über welche Breitenaufklärung der Männer und zu was sollten wir uns also Gedanken machen?

Eine prächtige Steilvorlage hat die von nancyboy eingebrachte Feldstudie von Studenten der Universität St.Gallen gebracht. Denn den Mann möchte ich kennen lernen, der hinnimmt dass er nicht durch gesellschaftlich einfach hinzunehmende Normen, sondern durch irgendwelche Modegroßkonzerne in ein gesellschaftliches Schema gepresst wird. Gleichsam komplett fremdbestimmt.

Der „Rock am Mann“ (Neue Männermode) wird nur deshalb als „weibisch“ hinterlegt, da die Modeindustrie sich damit derzeit noch nicht beschäftigen will. Deren Fokus liegt nun auf den emanzipierten Frauen und deren neuen Einkommensgefüge. Dies kommt in der Feldstudie für mich zutage.

Mich rührt es regelmäßig, wenn immer wieder Appelle gestartet werden…. „Männer tragt Röcke in der Öffentlichkeit, dann wird alles besser…“, oder „.. macht Bilder im Rock und stellt diese ins Internet…“.

Um Himmels Willen bitte NICHT. Regelmäßig sehe ich aufgrund derartiger Appelle zuweilen unsäglich Lächerliches und Hässliches, wenn auch nicht immer. Gerade Männer müssen sich sehr genau überlegen was ganz persönlich passend wäre und genau dazu fehlt als Selbstreflektion die eigene Erfahrung und externe Kritik. Diese Appelle können also leicht nach hinten losgehen.

2.) Konservativen Schichten in der Bevölkerung

Wer ist konservativ? In der Regel wird damit eine ältere Generation verstanden. Genau diese ist es aber aus meiner Sicht nicht, sonder eher die jüngere. Daneben gibt es auch noch Sozialschichten in denen sich konservative Haltungen zeigen könnten. Oder als nächstes…sind die Frauen die konservative Schicht, die in traditionellen Mustern verharren will? Ich glaube das eher nicht.

Aus meiner Beobachtung finden sich in der sehr jungen und untersten Sozialschicht erstaunlicherweise die konservativsten Menschen. Und genau diese können wir sowieso nicht erreichen, wäre auch unfruchtbar und zumindest von mir nicht erwünscht..

Meiner Ansicht nach gibt es keine nennenswerte konservative Bevölkerungsschicht, die den „Rock am Mann“ bewusst verhindern will.

Es gibt nur eine einzige konservative Schicht und das ist die der verknöcherten Entscheidungsträger der Modeindustrie aus nacktem Gewinnstreben.

Der Feind zum „Rock am Mann“ (Neue Männermode) ist also nicht die Gesellschaft oder die Ablehnung der Männer, oder gar der Frauen, sondern die Bekleidungsindustrie. Das und nur das ist der Knackpunkt.

3.) Wirtschaftlicher Faktor für Großhandelskonzerne

Ich erwähne vorab nur am Rande ausnahmsweise und bitte schnell wieder zu vergessend, dass ich studierter Ökonom (also Wirtschaftswissenschaftler mit annehmbaren Kenntnissen der Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre) mit Abschluss bin. Die Verwendung von Fachtermini hilft uns in unseren gemeinsamen Anliegen aber nicht weiter, da für Außenstehende unverständlich. Daher mühe ich mich verzweifelt mich umgangssprachlich und dennoch exakt und für jedermann verständlich und unmissverständlich auszudrücken. Prompt führt das dann zu längeren Beiträgen. Ich bitte um Nachsicht.

Zurück zum Thema:

Gerade deshalb hat mich aber die Verfahrensweise der Modeindustrie seit vielen Jahren erstaunt. Denn, wie auch Du richtig sagst Stanley, müssten die Männer als Kunden eigentlich ein hoher wirtschaftlicher Faktor für diese Unternehmen sein.

Nennenswerte gesellschaftliche Gegebenheiten zur Ablehnung des „Rock am Mann“ sehe ich tatsächlich nicht. Woran aber könnte es ansonsten liegen?

Mir war irgendwann klar, dass die Negierung der Modeindustrie des Themas „Rock am Mann“ (neue Männermode) keinesfalls ein vermuteter wirtschaftlicher „Flop“ sein kann. (Beim Holzfällerhemd gehe ich in jedem Fall von einem „Flop“ aus. Diese „Flop“-Tradition kann H&M von mir aus weiterverfolgen.) Dies war lediglich ein durchaus denkbarer Erklärungsversuch von uns Männermodeinteressierten. Denn es war und ist völlig unverständlich dass sich die Wirtschaftsunternehmen der Modeindustrie dieses gewaltige Potenzial der Männer völlig entgehen lässt. Wir mussten zu unserem Selbstverständnis also nach Erklärungen suchen.

Es musste aber andere Hintergründe dieser ganz wenigen großen Entscheidungsträger der Modeindustrie geben, die sich uns noch nicht erschlossen hatten. Darüber hatte ich viele Jahre leider viel zu hoch kompliziert gegrübelt. Das war ein Fehler. Denn nun wird mir das völlig einfach betrachtet deutlicher.

Die Wahrheit ist wie immer die einfachste. Die Frauenemanzipation hat uns Männer modetechnisch weiter ins Nirwana geschickt. Wir sind als Kunden noch uninteressanter geworden. Nun wird zuerst die emanzipierte Frau weiterhin aufs Korn genommen.

4.) Gespräche mit Führungskräften und Designern der Modeindustrie

Dein Ansinnen, lieber Stanley, ist löblich und sollte durchaus betrieben werden. Dabei bitte ich zu bedenken das jedes Unternehmen pyramideartig aufgebaut ist. Es gibt immer eine einzige Spitze.
Irgendwelche Führungskräfte oder das unzählige Heer der namenlosen Designer darunter haben das umzusetzen, was von dieser einzigen Spitze ausgeht und nichts anderes.

Das kann nur frustrierend sein. Lediglich die unabhängiogen großen hier genannten Modedesigner folgen dem heute gegebenen Zeitgeist zum Genderverständnis.

Welche Deiner oder angeregten gut „ausgearbeiteten Designs“, lieber Stanley, willst Du also neben das Heer der Tausenden bereits dort tätigen und bestens ausgebildeten Designer legen?

Ich mag Träume und Visionen. Sie sind der Triebmotor des Menschen, wenn er sich nicht eines Tages zu Tode gähnen will. Gerade deshalb lieber Stanley bin ich geradezu glücklich, dass Du Deine Träume und Visionen auch mitteilst. Ich schätze das ungemein.

Ich will lediglich ein klein wenig an Realität zur Umsetzung zwischen Deinen Träumen und Visionen anregen. In dieser Verbindung lieber Stanley, wärst du dann tatsächlich erst ein Genie.
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Androgyn
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   So Aug 28, 2011 5:25 pm

Nachtrag....

Sorry mein letzter Betrag wirkt evt.etwas agressiv. Angesichts des Verhaltens der multinationalen Modehandelsketten zur Männermode - z.B. H&M ist in 35 Ländern vertreten - kann ich eine gewisse Wut gegenüber der Bekleidungsindustrie nicht zurückhalten.

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teerpirat
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mo Aug 29, 2011 9:12 am

@Androgyn & Stanley:

Euer Engagement im Forum zur Veranschaulichung und Erklärung zum aktuellen Dilemma der Männermode sind bewundernswert.

Unter anderem sind die Anmerkungen von Androgyn im ersten Beitrag hervorragend erläutert, weshalb ich darauf bedacht bin, dass das genauso auch den Bekleidungsindustrien mitgeteilt werden soll.

Denn für mich stehen mehrere Theorien zur Auswahl, weshalb die Männermode sich einfach nicht weiterentwickelt:

a) Die Industrie pusht bewusst die Mode in eine Richtung, dass diese nur Sache der Frau ist, aber nicht der Männer. Sprich, Frau ist der stolze Pfau, dessen Accessoire der Mann ist.

b) Die Industrie peilt einfach nicht, was Männer wirklich wollen.

c) Es wird nur das hergestellt, was sich über die Jahre immer gut verkauft hat. Es wird daraus der Schluss gezogen: Wozu was Neues für den Mann anbieten, solange der gängige Kram sich gut verkauft? Dass es sich aber in Wirklichkeit nur deshalb verkauft, weil es eben nichts anderes für den Mann anzuziehen gibt, scheint der Industrie nicht in den Sinn zu kommen.


Oder etwa doch?
Möglicherweise geht die Industrie dabei cleverer vor, als wir glauben. Anders kann ich mir die gezielte Manipulation des Mannes zum Modemuffel nicht erklären.

Dass das aber auf Dauer nicht immer so funktionieren wird, zeigen Foren wie diese und die beträchtliche Unzufriedenheit der Männer in meiner Umgebung. Was ich dabei beobachte, ist die zunehmende Abwanderung in die Damenabteilungen (einschliesslich mich). Das mag eine gute Alternative sein, wenn man modisch flexibler sein möchte, aber das hat möglicherweise nur zur Folge, dass damit dem Handel suggeriert wird, dass immer mehr Damenmode verkauft wird, und folglich immer weniger Herrenkleidung.
Ergo wird die Auswahl an Herrenkleidung weiter eingeschränkt, während das Damensortiment weiter ausgebaut wird.
Die Katze beisst sich damit also in ihren eigenen Schwanz, de facto wird diese Vorgehensweise keineswegs dazu führen, dass die Männermode sich weiterentwickeln wird.

Von daher bliebe nur, die Industrie und die Handelsketten anzuschreiben, um aufzuklären, was da falsch läuft. Ob sich daran je was ändern wird - ich glaube nicht. Ich habe mit Thorsten Neumann immer noch regen Kontakt, welcher auch immer noch die Handelsketten anschreibt und gar mit ihnen telefoniert. Ausser der Floskel "Wir geben das an die entsprechende Abteilung weiter" kommt da nix. Bis jetzt jedenfalls hat sich noch nix getan.

Was wäre also zu tun, damit wirklich mal jemand reagiert?

Aber ich konnte was anderes aus seinen Aktivitäten entnehmen. Er geht regelmässig in Damenmodegeschäfte einkaufen und erwähnt immer wieder die Zuvorkommenheit und fachgerechte Beratung der Verkäuferinnen. Er zieht den Schluss, dass Frauen, da diese sich allgemein immer mit Mode beschäftigen, wesentlich aufgeschlossener für alternative Mode beim Mann seien.

Das hiesse also: Die Bekleidungsindustrien sollten zukünftig mehr von Frauen besetzt werden, da diese nicht diese verknöcherte Einstellungen zur Mode haben als Männer.

Das jetzt mal nur als Erklärungsversuch. Ob falsch oder richtig - kA.

Aber Erklärungsversuche und Lamentieren helfen uns nicht weiter. Es müssen Taten her. Ob mit Aufklärungskampagnen mehr zu erreichen ist als nur Ketten anschreiben? (S. Jenaer Queerwalk)

Noch eine Sache zu H&M:

Ich möchte die Kette nicht verteufeln. Denn diese ist bisher die einzige, wo ich dann und wann mal bei interessanten Bekleidungsstücken fündig werde. Zumindest wird da auch in der Herrenmode mehr mit Farben experimentiert und anderen Schnitten. Und die Teile sind überaschend schnell ausverkauft.
Aber nachher heisst es: Der Artikel kann nicht mehr nachbestellt werden! confused2
Warum eigentlich nicht? Dass es sich gut verkauft, lässt darauf schliessen, dass die Nachfrage ja vorhanden ist, wieso also wird diese nicht gedeckt. Es geht doch daraus klar hervor, dass erst ein Angebot geschaffen muss, damit die Nachfrage daraus entsteht. Denn ohne Angebot keine Nachfrage.
(Die Sache der berühmten Ei-Huhn-Frage)

Das wirft die Fragen neu auf: Warum wird kein Angebot geschaffen? Will man bewusst Männer zu Modemuffeln machen, um die Frau hervorglänzen lassen zu können?
Ich kann es mir nicht anders erklären, wenn ich jeden Tag folgendes im Strassenbild sehen muss:
Die Frau top modisch gekleidet, und ihr Partner läuft wie der letzte Heckenpenner nebenher.
Noch befremdlicher: Warum lassen Frauen sowas zu? Meine Frau würde sich schämen, wenn ich mit ausgefransten Jeans, abgewrackten Turnschuhen und speckigen Shirt daherkäme.

Zitat :
Zitat: „ Trotz stetigem Wertewandel in der heutigen Gesellschaft, gilt der Mann hauptsächlich noch als Geldverdiener der Familie, wobei die Frau nach Aussen die eher passivere Rolle übernimmt …“

Da fällt mir ein Artikel zum Thema Männermode ein. Wortlaut:
Ganz groß im Kommen sind die sogenannten Worker Shirts. Diese dürfen schon ein wenig verschlissen sein, vielleicht auch ein wenig speckig und löcherig. Das alles komplettiert den Look des hart körperlich arbeitenden Mannes.

Da haben wir es doch! Der Mann wird immer noch mit Arbeit verbunden und als Arbeitsmaschine deklariert, obwohl wir uns schon längst vom Industriezeitalter zur Dienstleistungsgesellschaft gewandelt haben. Und längst die Frauen Berufe in allen ehemaligen Männerdomainen eingenommen haben.

Ich fass es nicht.... Evil or Very Mad

LG
teerpirat


Zuletzt von teerpirat am Mi Aug 31, 2011 8:06 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Hansi1973
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mo Aug 29, 2011 1:09 pm

Die Frau versucht mit ihrer Kleidung den Mann zu verführen
Eine interessante, wie auch gefährliche These. Würde jemand (ein Mann) ein Geschäft eröffnen, dass nur Strapsen und High Heels anbietet und dies nicht als Erotikladen, sondern als Modegeschäft verstanden wissen wollen, würde man ihm wohl (zu Recht?) vorwerfen, sexistisch zu sein.
Wenn aber Frauen genau das von sich selber behaupten, ist es okay?
Behaupten Frauen nicht gerne auch, sich für sich (und nicht für Männer) zu kleiden? Warum wird ein klein wenig Narzismus den Männern nicht zugestanden? Warum darf ihnen vorgeschrieben werden, was sie anzuziehen haben und was nicht?
Warum soll der Mann nicht ebenso "unmöglich-unerotische" Kleidung tragen dürfen, wie auch total abgedreht, fantasiereich und "weiblich" konnotiert?
Und womit verführt der Mann? Wenn der Prengel und die Muskeln nicht zu sehen sind - mit Modelabels und dicken Autos? Warum wird ihm abgesprochen, körperbetonte Kleidung zu tragen (Muskelshirt, Badeslip)? Oder warum müssen wir im Gegensatz dazu das bei Frauen ertragen, die eher Brechreiz als Erotik versprühen?


Die Bekleidungsindustrie ist dumm.
H&M bot ein paar Mal Herrenröcke an. Jedes Mal gingen sie weg wie geschnitten Brot. Warum hat man dann nicht in Übersee ein paar Container nachbestellt? War man vielleicht erschrocken darüber, dass es so gut ging?
Ein Bonner Süßwarenhersteller wirbt seit Jahren damit, dass die Süßigkeiten nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen schmecken. Er hat die mögliche Zielgruppe nicht ausgegrenzt, sondern mit einbezogen. Warum gelingt das nicht auch bei Kleidung und Accessoires?
Weil man nur stumpf nach Umsatz pro Quadratmeter rechnet? Weil 1qm mit Damenmode sich 3x schneller dreht als Herrenkonfektion? Vielleicht weil Männer plötzlich verunsichert wären und gar nichts mehr kaufen würde, wenn man die Schilder "Herrenabteilung" abhängen würde (aus Angst, "Weiberklamotten" zu kaufen)?

Es fehlt den Konzernen heutzutage am Mut zum unternehmerischen Risiko.
Die Devise scheint zu sein: Lieber jeden Tag nur zehn Herrenanzüge verkaufen, als (kurzfristig) nur fünf "stylishe" verkaufen zu können, um mittelfristig 20 Herrenanzüge (von stylish bis klassisch) zu verkaufen.

Schön dumm.
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Asterix
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mi Aug 31, 2011 1:10 am

Ich weiß leider nicht, wie sich dieses Dilemma beseitigen lässt, eines weiß ich aber: Es ist NOTWENDIG!!!

Ich weiß nicht, wieviele Männer noch in Depression verfallen sollen, Selbstmord oder Amokläufe begehen sollen...auch wenn es provokativ klingt, eine der Ursachen für diese Phänomene ist dieses vollkommen rückständige Männerbild...
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teerpirat
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mi Aug 31, 2011 7:58 am

@Asterix schrieb:
Ich weiß leider nicht, wie sich dieses Dilemma beseitigen lässt, eines weiß ich aber: Es ist NOTWENDIG!!!

Ich weiß nicht, wieviele Männer noch in Depression verfallen sollen, Selbstmord oder Amokläufe begehen sollen...auch wenn es provokativ klingt, eine der Ursachen für diese Phänomene ist dieses vollkommen rückständige Männerbild...

Hallo Asterix,

Daran ist wohl sicherlich nicht die rückständige Mode alleine verantwortlich, aber ich vermute, dass dies möglicherweise einen Teil dazu beiträgt, dass Männer in der Gesellschaft im Regen stehen gelassen werden.
Denn in allen Bereichen wird die Frau gefördert, und der Mann zunehmend immer weiter zurückgedrängt, und hat gesellschaftlich inzw. auch nicht mehr das beste Image: Er ist zum Arbeitstier verdammt, und ohne Leistung und Erfolg bekommt der Mann keine gesellschaftliche Anerkennung.

Egal wo man hinsieht: Überall präsentiert die Frau. Und wo bleibt der Mann?

Es werden ihm alle Wege, sich individuell zu entfalten, verwehrt, persönliche Bedürfnisse nicht zugestanden. Dazu zählt auch die Mode. Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, dass individuelle freie Entfaltung, die ja modische Bedürfnisse mit einschliessen, enorm wichtig fürs innere Seelenheil ist.

Nichts ist schlimmer, als auf Bedürfnisse verzichten zu müssen, aus Angst vor gesellschaftlichen Sanktionen. Kein Wunder, dass Männer zunehmend auf verlorenem Posten stehen.

Obwohl ich H&M ja noch für eine der innovativsten Kette halte, der Umstand, dass deren Zielgruppe ausschliesslich Frauen sind, lässt ja darauf schliessen, welchen Stellenwert heute die Bedürfnisse der Männer einnehmen. Und das macht mich sehr nachdenklich.

LG
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PeterM
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   So Sep 04, 2011 10:46 pm

@Androgyn schrieb:

Weshalb also sollte sich die Modeindustrie mühsam eine weitere Zielgruppe, nämlich Männer suchen? Aufgrund der Frauenemanzipation ist das ökonomische Potenzial (Käuferschicht) in der Damenmode gewaltig angewachsen.

Meinem Empfinden nach haben mit Beginn der Frauenemanzipation schrittweise von Jahr zu Jahr die Modeverkaufsflächen der Männermode abgenommen und die der Frauen zugenommen. Was meine These bestätigen könnte. Diese meine vermutete Korrelation ist aber noch nicht wissenschaftlich untersucht.
[/color]
Was haltet ihr von meiner These? Wenn wir sie als evt. richtig erachten, was wäre dann zu tun?

Ich stimme der These zu. Es gab eine klarer Marktverschiebung zugunsten und noch stärker eine Marktvergrößerung bei Frauenkleidung.

Das "was wäre dann zu tun" ist schon viel schwieriger zu beantworten. Zum einen müssten Männer wieder über einen höheren Anteil an den privaten Haushaltsausgaben bestimmen können. Das würde die notwendige Kaufkraft schaffen. Sie müssten die Tragezyklen ihrer Kleidung drastisch verringern um Nachfragemacht zu haben. Und natürlich - last but not least - ihre Konsumausgaben entsprechend umlenken/ausweiten.

Realistisch?
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Di Sep 06, 2011 10:16 pm

@Androgyn schrieb:

Weshalb also sollte sich die Modeindustrie mühsam eine weitere Zielgruppe, nämlich Männer suchen? Aufgrund der Frauenemanzipation ist das ökonomische Potenzial (Käuferschicht) in der Damenmode gewaltig angewachsen.

Das mag zwar stimmen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass jede/r Verkäufer/in grundsätzlich bestrebt ist, seine Umsätze möglichst kräftig zu erhöhen - und damit letztlich sein Einkommen. Da stellt sich dann eher die Frage, warum keiner der Verkäufer/innen diese Zielgruppe zu erobern versucht?

Gruß
Jürgen
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mi Sep 07, 2011 8:02 am

@Juergen64 schrieb:

Das mag zwar stimmen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass jede/r Verkäufer/in grundsätzlich bestrebt ist, seine Umsätze möglichst kräftig zu erhöhen - und damit letztlich sein Einkommen. Da stellt sich dann eher die Frage, warum keiner der Verkäufer/innen diese Zielgruppe zu erobern versucht?

... weil Verkäufer im Modemarkt überwiegend Frauen sind, jeder vorzugsweise auf dem Gebiet tätig wird, auf dem er sich nach eigener Einschätzung gut auskennt, und das folglich Mode für Frauen ist ?

--> ein Teufelskreislauf ?

... weil Frauen häufig von Männern denken, diese hätten eh kein Interesse an schönen Klamotten, in dieser Ansicht tatgtäglich vom Kauf- und Bekleidungsverhalten unzähliger Männer bestätigt werden und deshalb keine Umsatzsteigerungs-Möglichkeit in diesem Segment erwarten ?

--> eine self-fulfillig prophecy ?
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kalotto
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mi Sep 07, 2011 10:00 am

Da haben wir wieder die Pyramide, und die Verkäuferin (die eingeführte Geschlechtsduselei in der Grammatik ist mir zuwider, für mich zählt die Mehrheit) ist ganz unten, an der Basis, austauschbar und doch eminent wichtig, damit die oberen Teile der Pyramide oben bleiben. Sie kann nur verkaufen, was da ist.
Mein Vorschlag wäre, Damen- und Herrenabteilungen ineinander überfliessen zu lassen, Teile, die beiderseits Interesse erlangen, in einem breiteren Grössenspektrum anzubieten, d. h. das mit steigenden Nummern nicht nur steigende Unförmigkeit sondern auch schlanke, athletische, und auch eher männliche Körperformen berücksichtigt und einen fliessenden Übergang zur klassischen Herrenbekleidung schafft. Es soll also jeder alles in seiner Grösse finden können, soweit ökonomisch machbar, Schuhe natürlich eingeschlossen.
Gruss von der Harleyweek in Faak, kalotto
P.S. @nancyboy, Deinen Beitrag sah ich erst, als ich meinen losgeschickt hatte, schlimm, dass man die vorherigen Beiträge beim Tippen nicht sieht, Gedächtnis habe ich ja nicht...
Bei Männern ist es typisch, dass nur wenig Kontakt zur Verkäuferin gesucht wird, wenig um Rat gefragt wird, weil der Mann in dieser Umgbung eher scheu ist, und sich dann nur zum Austausch von Verschlissenem (ver)kümmert. Durch Wegfall der scharfen Trennlinie m/w käme vielleicht besserer Dialog zustande.


Zuletzt von kalotto am Mi Sep 07, 2011 10:21 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : update)
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mi Sep 07, 2011 11:44 am

@kalotto schrieb:
Bei Männern ist es typisch, dass nur wenig Kontakt zur Verkäuferin gesucht wird, wenig um Rat gefragt wird, weil der Mann in dieser Umgbung eher scheu ist, und sich dann nur zum Austausch von Verschlissenem (ver)kümmert. Durch Wegfall der scharfen Trennlinie m/w käme vielleicht besserer Dialog zustande.

Das ist der Punkt!

Ich meinerseits habe keine Scheu, Verkäuferinnen zwecks Beratung aufzusuchen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Verkäuferinnen darin geschult sind und sich von sich aus gerne mit Mode befassen. Aus meinen Erfahrungen haben die nämlich wirklich Ahnung und schwatzen einem Mann nicht irgendwas auf, wenn sie merken, der Mann hat ein bestimmtes Outfit vor Augen und weiss genau, was er will.

Folglich ist es, dass der Mann nicht fragen soll, ob er Leggings anprobieren kann, sondern sagt: "Diese und jene Art von Leggings möchte ich anprobieren, um zu sehen wie es zu meinem Typ/Oberteilen passt, und benötige daher ihr Urteil"

Ich gehe nach dieser Weise vor, und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Bei meiner letzten Shoppingtour konnte die Verkäuferin genau sagen, welche Hotpants mir steht und welche nicht.

Also: Es sollten mehr Männer die Traute haben, auch in reine Damenmodegeschäfte zu gehen und ganz selbstbewusst nach diesen und jenen Artikeln zu fragen. Sehr hilfreich ist unter anderem, wenn man schlüssige Erklärungen abgeben kann, wie z.B., dass man in den Herrenabteilungen aufgrund mangelnder Auswahl in Bezug auf Grössen/Schnitten nichts Passendes findet.
Einfach offen und ehrlich sein. Ich habe bisher nicht erlebt, dass eine Verkäuferin mich schief angeschaut haben sollte, wenn ich mal im Schuhgeschäft Damensandaletten oder bei XY ne Hotpants anprobiere.

Die Männer sollten sich einfach mehr trauen. Die Angst, man würde als Mann aus dem Geschäft gejagt werden, nur weil er sich im Damensortiment bedient und daher Fetischist sein soll, ist völlig unbegründet.

Probiert es aus! Es entwickeln sich oft sehr interessante Gespräche mit den Verkäuferinnen. Das findet man bei den Verkäufern in den Herrenabteilungen nämlich nicht!

Und meine Outfits haben schon für interessante Begegnungen gesorgt. Als ich vor Jahren noch 0815-Schlabberlook getragen hatte, hatte ich nie soviele Leute kennengelernt.

LG
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BeitragThema: Re: Geschlechterarrangement bei H&M   Mi Sep 07, 2011 7:08 pm

Hi,
dein Beitrag wurde offenbar ein Opfer der Zensur. Hast du noch den Text in voller Länge? Danke!
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PeterM
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BeitragThema: Da habe ich eine Frage   Mi Sep 07, 2011 10:35 pm

@kalotto schrieb:

Mein Vorschlag wäre, Damen- und Herrenabteilungen ineinander überfliessen zu lassen, Teile, die beiderseits Interesse erlangen, in einem breiteren Grössenspektrum anzubieten, d. h. das mit steigenden Nummern nicht nur steigende Unförmigkeit sondern auch schlanke, athletische, und auch eher männliche Körperformen berücksichtigt und einen fliessenden Übergang zur klassischen Herrenbekleidung schafft. Es soll also jeder alles in seiner Grösse finden können, soweit ökonomisch machbar, Schuhe natürlich eingeschlossen.

Zu dem Thema Abgrenzung habe ich mir schon länger folgende Frage gestellt:

In reinen Bekleidungsgeschäften fällt es weniger auf als z.B im Kleidungssortiment von Aldi und Co. Kleidungsstücke sind dort grundsätzlich deutlich mit einer Geschlechtskategorie gekennzeichnet, selbst wenn dies aufgrund des monopolisierten Angebots eigentlich überflüssig wäre.

Beispiel: "Damen-Jeansrock" bei Aldi.

Mir hat mal eine Verkäuferin erzählt, das es eine gesetzliche Vorschrift gibt, Bekleidung nur mit Angabe des Zielgeschlechts zu bewerben und zu verkaufen (Angabe "Damen ODER Herren", bei Unisex Sachen dann "Damen UND Herren"). Mehr wusste sie aber dazu auch nicht.

Ich konnte aber bei meinen (oberflächlichen) Recherchen dazu aber keine solche Vorschrift finden.

Weiss jemand, ob es sowas wie ein Gesetz, eine Vorschrift oder EU-Richtlinie dazu gibt?
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Androgyn
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BeitragThema: Singlehaushalte BRD   Do Sep 08, 2011 6:57 pm

Hey PeterM…

ich begrüße Dich herzlich auf diesem Forum.

Zwischenzeitlich hatte ich die Chance Deine Beiträge nicht nur kurz diagonal zu überfliegen. Ich kann nicht umhin zu erwähnen, dass ich mir diese positiv „auf der Zunge“, wie auch bei anderen aktiven Forenteilnehmern, zergehen ließ. Insbesondere auch deshalb da Du dafür den einen oder anderen sehr guten Belegt mitlieferst.

Richtig ist natürlich, dass Frauen mehr für Kleidung ausgeben, als Männer. Dazu erwähnst Du, dass Frauen nunmehr nicht nur über eigene Kaufkraft verfügen, sondern auch die der Männer für ihre Damenmode und ihre sonstigen Bedürfnisse abschöpfen. Dem Mann verbleibt für sich selbst bestenfalls 20 % des Paareinkommens zur persönlichen Verwendung.
Das betrifft zweifellos die meisten Paarbeziehungen.

Gerade deshalb sind aktuelle Analysen zur Bevölkerungsstruktur heranzuziehen. Der Anteil der Einpersonenhaushalte wird bis 2025 von 40 auf 43 Prozent steigen, der mit zwei Personen von 34 auf 38 Prozent. Das meldet das Statistische Bundesamt. Dagegen verringert sich der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Personen um ein Viertel von 26 auf 19 Prozent. Wobei dann noch zwischen Land und Stadt zu unterscheiden sei. Denn in der Stadt, z.B. Großstädten wie Hamburg, beträgt der Anteil an Singlehaushalten bereits über 50%. Hinsichtlich Modethemen dürfte es ohnehin mehr um Stadtbewohner gehen.

Singlehaushalte verfügen über eine eigene Entscheidungsmacht zur Verwendung von Einkommen. Dabei scheinen zwischenzeitlich insbesondere die Männer-Single-Haushalte mit derzeit etwa 40 % zuzunehmen? Was für mich auch nicht verwunderlich ist.

Wie auch immer, dass Frauen fast das Doppelte an Bekleidungskosten aufwenden als Männer liegt m.M.n. lediglich am extrem beschränkten Angebot der Männerkleidung und nicht nur an einem Paareinkommen.

Dazu passt ein Zitat aus Deinem Beitrag: „Ausgaben 2008 im statistischen Schnitt: 24 EUR für Männerbekleidung, 45 EUR für Frauenbekleidung. [Nachtrag: pro Monat und Haushalt] „

Ich bezweifle, dass Männerkleidung renditeärmer als Frauenkleidung sei. Richtig mag sein, dass aufgrund der höheren Tragezeit, anderen Materialanforderungen und etwas höherem Materialverbrauch höhere Gestehungskosten verursacht sein könnten. Diese schlagen sich jedoch in den deutlich erhöhten Verkaufpreisen für Männer nieder. Gerade deshalb ist Männerkleidung unter Renditemargenbetrachtungen nicht renditeärmer, sondern völlig analog der Damenbekleidung zu sehen. Die Gewinnmarge bleibt letztlich gleich.

Die Frage ist eine andere. Nämlich wie die Bekleidungsindustrie den Mann zur Renditesteigerung mit ins Boot holen könnte? Und hier sind wir beim Punkt.

Denn eine Angebotsausweitung in Breite/Tiefe und Masse von neuer Männermode würde die Verkaufspreise zur Männermode zunächst herabsetzen. Also auch die Gewinnmarge pro Produkt. Allerdings würde dies wiederum durch eben das Massenangebot langfristig und sogar mittelfristig kompensiert und erst dann positive Auswirkungen für die Marktteilnehmer bewirken.

Die Bekleidungsindustrie denkt jedoch nur in Jahres-, Monats- und sogar Wochenabschnitten und eben nicht längerfristig in die Zukunft. Das wiederum liegt an den Inhabern der Modefirmen. Und das sind heutzutage Aktionäre und sonstige Zocker. Diese wollen den sofortigen und schnellen Maximalprofit.

BG
Androgyn

P.S. Auch Deine anderen Beiträge sind interessant. Auch dazu will ich gerne noch Diskussionsstoff beisteuern.

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PeterM
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BeitragThema: Singlehaushalte   Do Sep 08, 2011 11:31 pm

Hallo Androgyn,

erstmal vielen Dank für das herzliche Willkommen und das Kompliment zu meinen Beiträgen.

@Androgyn schrieb:

Singlehaushalte verfügen über eine eigene Entscheidungsmacht zur Verwendung von Einkommen. Dabei scheinen zwischenzeitlich insbesondere die Männer-Single-Haushalte mit derzeit etwa 40 % zuzunehmen? Was für mich auch nicht verwunderlich ist.

Wie auch immer, dass Frauen fast das Doppelte an Bekleidungskosten aufwenden als Männer liegt m.M.n. lediglich am extrem beschränkten Angebot der Männerkleidung und nicht nur an einem Paareinkommen.

Dazu passt ein Zitat aus Deinem Beitrag: „Ausgaben 2008 im statistischen Schnitt: 24 EUR für Männerbekleidung, 45 EUR für Frauenbekleidung. [Nachtrag: pro Monat und Haushalt] „

Wobei die Zahlen von Destatis für Singlehaushalte noch viel eindeutiger sind:

Ausgaben 2008 für Singlehaushalte: 14 EUR für Männerbekleidung und 42 EUR für Frauenbekleidung im Monat.

Fazit: Leben Frauen alleine, geben Sie nicht viel weniger für Bekleidung aus, leben Männer alleine, sind die Ausgaben nur etwas mehr als halb so hoch.

Oder anders interpretiert: Die Singlefrau gibt dreimal soviel Geld für Bekleidung aus als der Singlemann.

Die Ausgabehoheit des Singlemannes wird von ihm nicht für den Kauf von Bekleidung genutzt.

Würde ein breiteres Angebot an Bekleidung das ändern? Welche Kriterien legt ein Mann ohne direkte (!) Beeinflussung durch Frauen an seine Kleidung an? Wie müsste das Angebot aussehen, dass sich statistisch relevant die Ausgaben in diese Richtung verschieben?

Interessante Fragen, über die ich so nachdenke und auf die ich noch keine wirklichen Antworten gefunden habe.

@Androgyn schrieb:
Die Frage ist eine andere. Nämlich wie die Bekleidungsindustrie den Mann zur Renditesteigerung mit ins Boot holen könnte? Und hier sind wir beim Punkt.

Denn eine Angebotsausweitung in Breite/Tiefe und Masse von neuer Männermode würde die Verkaufspreise zur Männermode zunächst herabsetzen. Also auch die Gewinnmarge pro Produkt. Allerdings würde dies wiederum durch eben das Massenangebot langfristig und sogar mittelfristig kompensiert und erst dann positive Auswirkungen für die Marktteilnehmer bewirken.

Die Bekleidungsindustrie denkt jedoch nur in Jahres-, Monats- und sogar Wochenabschnitten und eben nicht längerfristig in die Zukunft. Das wiederum liegt an den Inhabern der Modefirmen. Und das sind heutzutage Aktionäre und sonstige Zocker. Diese wollen den sofortigen und schnellen Maximalprofit.

Ja, das stimmt. Eine deutliche Angebotsausweitung wäre erstmal ein enormes Investment des Bekleidungshandels. Ladenfläche ist in guten Shopping-Lagen sehr teuer, da 3-5 Jahre durch mehr Platz für Männermode reinzuinvestieren ohne Profitgarantie ist Aktionären nicht zu vermitteln.

Frauenbekleidung geht dagegen wohl wie geschnitten Brot: 4 Kollektionen im Jahr, jeweils Hochpreis am Anfang, Wettbewerbspreis in der Saisonmitte und Ausverkaufspreis am Ende der Saison (Platz schaffen für die nächste Kollektion). Ich vermute stark, das schon der Ausverkaufspreis höher ist als der Einkaufspreis für den Händler (wenn auch nicht mehr viel)

Applaus der Aktionäre damit sicher cheers

VG
Peter
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Geschlechterarrangement bei H&M

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